«Wir erwarten in Schwellen- und Entwicklungsländern ein Wachstum von mindestens 10% und in Industrienationen von mindestens 3%», hält Klaus Kämpf, Manager des Sarasin Sustainable Water Funds (siehe Tabelle), fest. In Asien werden immer mehr Mittel in die Wasserinfrastruktur investiert. Das Bevölkerungswachstum verschärft die Lage zusätzlich. In Europa und den USA steigt der Bedarf nach Instandsetzungen von Versorgungssystemen. Experten gehen davon aus, dass alleine im Leitungssystem Londons 900 Mio l Trinkwasser täglich versickern. Wasser wird zu einer immer knapperen Ressource. Nur ein Hundertstel des weltweiten Wasservorkommens ist Trinkwasser. Der grosse Rest ist verschmutzt oder Salzwasser.

Nachfrage nimmt zu

Investitionen in Wasserinfrastruktur werden durch den steigenden Bedarf interessanter. Die Zahl der Anlageinstrumente um das Thema Wasser nimmt deshalb zu. Bereits seit acht Jahren ist Pictet mit dem Pictet Funds (LUX) Water P Cap am Markt. Der mit über 5 Mrd Fr. dotierte Fonds investiert unter anderem in den französischen Umweltdienstleister Veolia Environnement, den französischen Energieversorger Suez und den Lebensmittelhersteller Nestlé. Bei diesen Unternehmen ist der Wasserbezug weiter zu fassen. Nestlé erzielt etwa nur 10% des Gesamtumsatzes im eigentlichen Wassergeschäft.

Enger wird der Begriff Wasser beim Hedge-Fonds Signina Water Portfolio gefasst. Der mit über 40 Mio Fr. ausgestattete Fonds enthält nur Papiere, welche über 60% des Umsatzes über eigentliche Wassererträge generieren. Signina verspricht sich vor allem von Small- und Mid-Cap-Aktien aus Schwellenländern grosse Erfolge. Der Fonds hat im letzten Jahr einen Wertzuwachs von 25% erzielt. Er ist aber bisher nur für institutionelle Anleger zu haben. Das könnte sich jedoch bald ändern und der Fonds geöffnet werden. Anette Walker, Signina-Kommunkationsverantwortliche: «Unser Fonds ist vor allem im Wachstumsmarkt Asien positioniert. Wo der Wasserpreis weniger von der Öffentlichkeit diktiert wird, ist es wesentlich interessanter zu investieren.» Zudem zeige das Beispiel Indien, dass Investitionen in die Wasserinfrastruktur direkt dem BIP zugute kommen.

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Ein ebenfalls boomendes Feld ist laut Anette Walker die Solartechnologie: «Entsalzungsanlagen kombiniert mit Solaranlagen sind gerade im Nahen Osten sehr beliebt.» Firmen, die solche Lösungen anbieten, sind zu Kurssprüngen fähig. Deshalb könne der Signina-Fond, auch kurzfristig hohe Wachstumsraten verzeichnen.

Schwieriges Umfeld

Die Bank Sarasin bietet seit einem halben Jahr den Sustainable Water Fund an. Fondsmanager Klaus Kämpf ist die Auswahl der Unternehmen sehr wichtig: «Bei uns kommen keine Unternehmen zum Zug, die mehr als 5% ihres Umsatzes mit Kernenergie oder Rüstung generieren oder Mineralwasser anbieten.» Nur Firmen, die einen nachhaltigen Beitrag zur Lösung des Wasserengpasses bieten, finden Aufnahme. Der Käufer des Sarasin-Fonds sollte einen Anlagehorizont von mehr als fünf Jahren haben. «Wir haben mit dem Kapitalmarkt gelitten», sagt Klaus Kämpf zur mageren Jahresperformance (siehe Tabelle). Auch beim Sarasin-Fonds sind Technologieunternehmen vertreten. Man darf deshalb den Fonds nicht mit Rohstofftiteln vergleichen, betont Klaus Kämpf: «Wir investieren in Wassertechnologie, das ist kein Platin.»