Als Folge der Finanzkrise haben sich auch die Wechselkursrelationen drastisch verändert. Der Euro erreicht gegenüber dem Franken ständig neue Tiefststände, der Dollar handelt nahe der Parität 1:1. Der Anleger stellt sich deshalb die Frage, wie er sich gegenüber Wechselkursrisiken absichern kann.

Unbedingte Termingeschäfte

Eine einfache Möglichkeit, Wechselkursrisiken abzusichern, sind unbedingte Termingeschäfte. Hierbei verkauft der Anleger beispielsweise auf einen bestimmten Termin hin Euro gegen Franken. Hat ein Schweizer Anleger in einen europäischen Aktienmarkt im Gegenwert von 100 000 Euro investiert, kann er auf Termin 100 000 Euro gegen Franken verkaufen und ist somit auf diesen Zeitpunkt gegen Währungsverluste dieser Anfangsinvestition immun.

Die Kosten für die Absicherung entsprechen in etwa der Zinsdifferenz des Frankens gegenüber dem Euro und betragen im aktuellen Umfeld ungefähr 1%. Bei dieser Variante kommt der Anleger zwar in den Genuss einer Absicherung, verzichtet jedoch auch auf jegliche Gewinnchancen. Bei einem Termingeschäft muss der Anleger ein bestimmtes Minimumvolumen abschliessen, deshalb dürfte für einige Investoren diese Möglichkeit ausser Betracht fallen. Um jederzeit abgesichert zu sein, müsste der Investor bei fallenden oder steigenden Kursen sein Termingeschäft laufend anpassen. Ansonsten läuft er Gefahr, dass er zu wenig oder zu stark abgesichert ist, da er Kursgewinnen respektive Kursverlusten ungenügend Rechnung getragen hat.

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Optionen schaffen Abhilfe

Hier können Optionsgeschäfte Abhilfe schaffen. Aufgrund des asymmetrischen Auszahlungsprofils bieten Optionen die Möglichkeit, Kursverluste abzusichern und Kursgewinne zu erhalten.

Dafür zahlt der Anleger eine Prämie. Wichtig beim Einsatz von Optionen ist die Wahl des Ausübungspreises und des Verfalls, da die Rückzahlungsmodalitäten und damit eine vollständige Absicherung nur bei Verfall gilt. Diese Absicherungsvariante lohnt sich, wenn nicht nur weitere Kursverluste erwartet werden, sondern auch Kursgewinne wahrscheinlich scheinen. Ähnlich wie bei unbedingten Termingeschäften sind bei Optionen ebenfalls relativ hohe Minimalinvestitionen nötig.

Grosse Flexibilität mit «Strukis»

Besonders einfach lassen sich Währungsrisiken über strukturierte Produkte bewirtschaften. Auch in dieser Hinsicht bieten Strukturierte Produkte grosse Flexibilität: Die Anlagewährung muss nicht zwingend der Währung des Basiswerts entsprechen. Sie können entweder mit einer Composite- oder mit einer Quanto-Eigenschaft versehen werden (siehe Glossar). Bei einem strukturierten Produkt mit einer Composite-Ausgestaltung trägt der Investor zusätzlich zum Kursrisiko des Basiswerts auch das Wechselkursrisiko, während bei einer Quanto-Ausgestaltung einzig die Kursentwicklung des Basiswerts in Lokalwährung für die Rückzahlung relevant ist.

Ein Tracker-Zertifikat auf den EURO STOXX 50 in Quanto Schweizer Franken wird bei einer Kursperformance des Basiswerts von 10% in Euro ebenfalls 10% zulegen - unabhängig davon, wie sich der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Franken entwickelt hat.

Günstiger als Termingeschäft

In der Praxis entsprechen die Kosten einer Quanto-Ausgestaltung in etwa der Zinsdifferenz zuzüglich eines Auf- respektive Abschlags aufgrund der Korrelation zwischen Basiswert und Wechselkurs und den einzelnen Volatilitäten (Basiswert und Wechselkurs).

Die Zinsdifferenz zwischen Euro- und Franken-Anlagen beträgt für ein Jahr 1%, die Kosten einer Quanto-Ausgestaltung für ein einjähriges Produkt auf den EURO STOXX 50 belaufen sich auf etwa 0,85%. Die Ausgestaltung ist also aufgrund der positiven Korrelation zwischen Basiswert und Wechselkurs und den Volatilitäten der Basiswerte leicht günstiger zu haben als das Termingeschäft. Diese Art der Währungsabsicherung ist für den Investor äusserst bequem und effizient. Weder muss der Anleger seine Absicherung dynamisch anpassen, noch benötigt er eine gewisse Mindestanlagegrösse. Dadurch kann er bereits für kleinere Anlagesummen alles in einem Produkt vereint kaufen.

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Bequem und kostengünstig

Für bewanderte Anleger ist eine Absicherung über unbedingte Termingeschäfte oder Optionen möglich, jedoch umständlich. Die meisten Anleger werden über strukturierte Produkte mit Quanto-Ausgestaltung einen einfacheren, bequemen und kostengünstigen Weg finden, um ihr Währungsrisiko gegenüber Kursverlusten zu schützen.