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Börsenäquivalenz
Wegen EU-Zwist: Newron lässt Aktien auch in Deutschland handeln

A limousine with the flags of the European Union and Switzerland waits in front of the Bernerhof, during the official visit of European Commission President Jean-Claude Juncker in Bern, Switzerland, Thursday, November 23, 2017. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der politische Zwist zwischen der Schweiz und der Europäischen Union eskaliert.

Quelle: © KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Die wahrscheinliche Aberkennung der Schweizer Börse in der EU hat erste konkrete Konsequenzen.

Von Daniel Hügli
am 27.06.2019

Die an der Schweizer Börse SIX gehandelten Aktien von Newron Pharmaceuticals sind nun auch an der Börse Düsseldorf handelbar. Newron habe dabei die Oddo Seydler Bank als Kapitalmarktpartner der Börse Düsseldorf mandatiert, um die «kontinuierliche Liquidität» im Handel der Aktien am Börsenstandort Düsseldorf sowie über die elektronische Handelsplattform Xetra sicherzustellen, schreibt Newron in einer Mitteilung.

Stefan Weber, CEO des Biopharma-Unternehmens, begründet die Zweit-Kotierung der Aktien ausdrücklich mit den «andauernden Diskussionen um den Rahmenvertrag zwischen der EU und der Schweiz». Das zusätzliche Listing in Düsseldorf solle vor allem bestehenden, aber auch potenziellen Neu-Investoren aus EU-Ländern den Handel mit der Newron-Aktie über EU-Broker erleichtern und dauerhaft sicherstellen. Die SIX in Zürich werde aber der primäre Handelsplatz der Newron-Aktien bleiben, schreibt das Unternehmen. 

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Newron, mit Sitz in Bresso nahe Mailand, ist damit das erste an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen, welches Konsequenzen zieht wegen der wahrscheinlichen Nicht-Verlängerung der Gleichwertigkeitsregelung der Schweizer Börse («Börsenäquivalenz»).

Der SIX droht Ende Monat, faktisch am Freitag, die Anerkennung in der EU. Damit dürfen Banken und Vermögensverwalter aus der EU an der Schweizer Börse nicht mehr handeln, weil die Schweizer Börsenregulierung nicht mehr als gleichwertig zur eigenen anerkannt wird. 

Für diesen Fall hat der Bundesrat vorsorgliche Schutzmassnahmen getroffen, droht doch der Schweizer Börse ein beträchtlicher Bestandteil ihres Geschäfts wegzubrechen. Der im November beschlossene Notfallplan sieht vor, den EU-Börsen zu untersagen, Schweizer Aktien zu handeln.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind die seit 2014 dauernden Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU über ein Rahmenabkommen. Die EU hat dabei in der Schweizer Börse eine Art Faustpfand entdeckt.