Die rekordhohen Treibstoffpreise bremsen die Fluggesellschaften stark aus. So rechnet Austrian Airlines in diesem Jahr mit roten Zahlen und sucht aktuell nach einem strategischen Partner. Als Hauptgrund für die Misere werden die hohen Kerosinpreise genannt, und als wahrscheinlichster Partner gilt die deutsche Lufthansa. Zuvor hatten bereits die grossen amerikanischen Fluggesellschaften wie United Airlines und Continental Airlines rigorose Sparmassnahmen angekündigt, Stellen abgebaut und Flugzeuge lahm gelegt.

Aktien im Sinkflug

Die Aktienkurse der europäischen Nummern eins und drei, Air France-KLM und British Airways, sind seit Anfang Jahr mit Abgaben von 27 resp. 20% unter die Räder geraten. Jüngst hat die Citygroup den Titel Air France-KLM von «buy» auf «hold» gesenkt.

Die Analysten befürchten, dass sich die operativen Margen und der Gewinn pro Aktie bei der französischen Airline im Vergleich zum Niveau des Jahres 2008 halbieren könnte. Mit einer Gewinnerholung sei – ohne Rückgang des Ölpreises – frühestens im Jahr 2011 zu rechnen. Die Aktie wird mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,9 für 2009 gehandelt – ein deutlicher Abschlag gegenüber den Mitbewerbern.

Lufthansa will Rekord brechen

Zu einem verhältnismässig günstigen Preis ist auch die Lufthansa mit Tochter Swiss – die zweitgrösste Fluggesellschaft in Europa – zu haben. Die Credit Suisse schätzt das KGV für 2009 auf 9,1. «Lufthansa wird zu einem Abschlag gegenüber den historischen Werten gehandelt, den wir für nicht gerechtfertigt halten», so Daniel Fabry, Analyst bei der Credit Suisse. Im Gegensatz zu den massiveren Abgaben seiner beiden europäischen Konkurrenten büsste die Kranichlinie seit Jahresbeginn lediglich 8% an Wert ein. 70% der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.

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Neulich hat Lufthansa die Prognosen für die Kosten des Treibstoffverbrauchs wegen des Anstiegs der Kerosinpreise für dieses Jahr von 440 Mio auf 680 Mio Euro erhöht. Die Gewinnprognosen werden jedoch beibehalten. Und diese sind ambitiös: Im letzten Jahr hat Lufthansa seinen Gewinn mehr als verdoppeln können – und will das Rekordergebnis noch einmal übertreffen.

Bereits eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat hingegen British Airways. Im Monat Mai musste die Airline einen Passagierrückgang hinnehmen. Auch die Analysten sind nicht mehr überzeugt von der Aktie: 8 von 20 würden den Titel verkaufen, während je 6 den Titel zum «halten» resp. «kaufen» empfehlen.