Rund 4 Prozent hat der SPI seit Mitte Mai verloren. Seit dem Allzeithoch im Januar beträgt der Verlust rund 6 Prozent. Während dieses Minus  überschaubar ist, kamen manche Aktien gewaltig unter die Räder. Zweistellige Kursverluste in wenigen Monaten waren dabei keine Seltenheit.

Tatsächlich haben 26 Titel aus dem SPI mit seinen 209 Mitgliedern – das sind rund 10 Prozent des Index – alleine in den letzten vier Wochen mehr als 10 Prozent an Wert verloren und im laufenden Jahr liegen 49 Titel – also jeder vierte aus dem SPI – schon im zweistelligen Prozentbereich im Minus.

Wo es zuletzt besonders schnell mit dem Kurs nach unten ging

Betrachtet man die Kursrückgänge auf Sicht von einem Monat fällt auf: Während die Top-Loser oft nur ganz kleine Werte sind, waren auch viele grosse Titel mit dabei. Stark gefallen ist beispielsweise die Aktie von Dormakaba. In nur vier Wochen beträgt das Kursminus des Sicherheitsexperten rund 12 Prozent. Immerhin bei einem Milliardenkonzern mit einem Börsenwert von 2,9 Milliarden Franken.

Stark getroffen, nicht in vier Wochen, aber seit Jahresanfang, hat es auch Autoneum. Ebenfalls ein Milliardenkonzern mit einer Marktkapitalisierung von rund 1 Milliarde Franken. Der Autozulieferer bringt in diesem Jahr bereits einen Kursverlust von 30 Prozent.

Meyer Burger – Kurshalbierung seit dem Jahresstart

In nur zwei Wochen ging es dagegen wiederum mit der Aktie von Kardex steil nach unten. Der Logistikexperte hat seit Mitte Juni 15 Prozent an Wert verloren. Dann ein weiterer gewichtiger SPI-Verlierer: VAT. Kursverlust seit dem Allzeithoch im März: 30 Prozent. Seit dem Zweijahreshoch im Januar hat sich die Aktie des Zulieferers der Solarindustrie Meyer Burger sogar halbiert und ist jetzt wieder in den Bereich eines Penny Stocks abgerutscht.

Anzeige

Noch stärker hat es seit Frühjahr AMS erwischt. In den letzten vier Monaten hat der Halbleiterhersteller 40 Prozent an Wert verloren. Und zuletzt noch LEM Holding. Der Hersteller von Strom- und Spannungswandlern beschert seinen Aktionären in nur zwei Wochen einen Verlust um ein Viertel.

Das lässt Anleger aufhorchen. Denn so hohe Kursverluste bei relativ grossen Unternehmen mit in der Regel seit langem bewährtem Geschäftsmodell – da könnte es jetzt eine gute Gelegenheit zum Einstieg und grosse Chancen auf einen Rebound geben. Wir zeigen, wo und wie Sie profitieren können:

  • Dormakaba: Nach der Kappung der Wachstumsprognose für dieses Jahr räumten Anleger die Aktie des Anbieters von Systemen für Sicherheit und Zutrittskontrollen aus den Depots. Dabei war die Prognosekürzung eher unspektakulär: Das organische Wachstum in 2017/18 per Ende Juni sollte bei 3,5 Prozent anstatt wie zuvor zwischen 4,0 und 4,5 Prozent liegen. Das könnte eine klare Übertreibung sein. Das Unternehmen wächst schnell und die Margen steigen. Im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 ist ein 18er-KGV drin. So günstig war die Aktie lange nicht. In den letzten Jahren legten Anleger meist KGVs von 25 und 30 auf den Tisch. Der Titel hat die untere Begrenzung des Aufwärtstrends erreicht und notiert auf der starken Unterstützung um 700 Franken. Da könnte der Rebound kurz bevorstehen.
  • Autoneum: Ähnlich sieht es beim Zulieferer der Autoindustrie Autoneum aus. Der Spezialist für Hitze- und Lärmdämmung von Autos erwartet für dieses Jahr ein Umsatzwachstum von etwa 3 Prozent und eine operative Marge vor Zinsen und Steuern von rund 8 Prozent. Das Ergebnis je Aktie dürfte damit im Bereich des Vorjahreswerts von 19.57 Franken liegen. Mit 11er-KGV ist der Wert zwar nicht teuer. Doch vor dem Einstieg und einer Spekulation auf den nächsten Kursaufschwung warten etwas vorsichtigere Anleger noch einen weiteren Kursrückgang auf die starke Unterstützung bei 200 Franken ab.
  • Kardex: Trotz guter Geschäftszahlen ist auch die Aktie des Anbieters von Produkten und Services im Bereich Lager und Logistik seit kurzem deutlich zurückgekommen. Das mag wohl auch an der meldungsfreien Zeit nach der Generalversammlung Mitte April liegen. Da ist die Luft im Moment zwar raus, doch der Halbjahresbericht am 2. August könnte wieder frischen Wind in den Kurs bringen. Die Aktie notiert an der unteren Begrenzung des Aufwärtstrends aus 2015 und auf der Unterstützung um 130 Franken. Gute Semesterdaten könnten die Notierung auch ganz schnell wieder um zehn bis 20 Prozent – vielleicht sogar auf ein neues Allzeithoch – nach oben treiben.
  • VAT: Fast schon desaströs scheint der Kursverlauf von VAT Group. Nachdem die Aktie des Herstellers von Vakuum-Ventilen zwischen November und März um knapp 50 Prozent gestiegen war, ist der Titel nun fast schon abgestürzt und hat vom Allzeithoch 30 Prozent an Wert verloren. Dabei wächst der Konzern zweistellig und in 2020 soll die operative Marge von rund 25 Prozent in 2017 auf 33 Prozent zulegen. Die Präsentation der Halbjahreszahlen am 2. August könnte diese Wachstumsstory den Anlegern wieder ins Bewusstsein bringen. Anleger setzen auf dieses Datum und auf einen raschen Rebound von der starken Unterstützung bei 120 Franken.
  • Meyer Burger: Eine Aktie nichts für schwache Nerven. Seit Jahren zeigt der Photovoltaikexperte hohe Kursausschläge und jetzt lasten auch noch Vorwürfe wegen möglicher Verletzung von Rechnungslegungsvorschriften auf dem Titel. Aber in diesem Jahr könnte der Turnaround klappen. Nach dem Kursrutsch im Juni hat sich die Aktie wieder ganz nah an die Marke von 1 Franken herangearbeitet. Anleger setzen auf den Sprung über diese Hürde und eine rasche weitere Kurserholung in Richtung 1.20 Franken.
  • AMS: Richtig zusammengefaltet wurde in den letzten vier Monaten die Aktie von AMS. Von den Allzeithochs im März hat der Techkonzern fast die Hälfte an Wert eingebüsst. Belastend wirkten dabei Vermutungen, dass der Grosskunde Apple im Herbst bei drei neuen Telefon-Modellen deutlich geringere Stückzahlen absetzen und infolge dessen auch weniger Komponenten unter anderem bei AMS abrufen könnte. Aber Apple konnte schon in der Vergangenheit immer wieder mit unerwartet guten Nachfragezahlen überraschen und das brachte beispielsweise auch bei AMS im März einen neuen Kursrekord. Spekulativ orientierte Anleger steigen ein.
  • LEM: Seit der Generalversammlung Ende Juni ist der Wurm drin beim Stromexperten. Dabei war der Ausblick für 2018/19 positiv und weiteres Wachstum ist sehr wahrscheinlich. Die Aktie hat fast die starke Unterstützung um 1200 Franken erreicht und notiert an der unteren Begrenzungslinie ihres Aufwärtstrends aus 2015. Auch hier scheint jetzt eine schnelle Gegenreaktion im Kurs nach oben möglich.