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Konflikt
Weltbank sieht Kapitalflucht aus Russland

Blick auf Moskau: Kapitalflucht aus Russland.

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise ziehen Investoren ihre Mittel aus Russland ab. Die Weltbank erwartet einen Kapitalabfluss über 150 Milliarden Dollar. Die EU weitet ihre Sanktionen aus.

Veröffentlicht am 10.07.2014

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise haben Investoren im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 74,6 Milliarden Dollar aus Russland abgezogen. Das teilte die Zentralbank in Moskau am Mittwoch mit. Die Kapitalflucht habe sich im zweiten Quartal mit 12,3 Milliarden Dollar aber verlangsamt, hiess es.

Einer Prognose der Weltbank zufolge muss Moskau in diesem Jahr mit einem Abfluss von bis zu 150 Milliarden Dollar rechnen. Grund sei vor allem die Krise um die Ostukraine und die Halbinsel Krim. Auch der Rubel hatte in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren.

Russland warnt vor Lieferengpässen beim Gas

Zugleich wurde bekannt, dass die Europäische Union Diplomaten zufolge elf weitere Personen auf ihre Sanktionsliste im Ukraine-Konflikt gesetzt hat. Möglich sei, dass «ein oder zwei» russische Staatsbürger mit Einreise- und Kontensperrungen bestraft würden, erklärte ein Diplomat nach einem Treffen der EU-Botschafter am Mittwochabend in Brüssel. Die meisten der betroffenen seien ukrainische Separatisten. Die Namen sollen erst in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden.

Im Streit mit der Ukraine um unbezahlte Gasrechnungen warnte Russland den Westen vor möglichen Lieferengpässen. Moskau gehe davon aus, dass die Führung in Kiew im Herbst Gaslieferungen nach Europa abzweige, sagte der Leiter der Kreml-Verwaltung, Sergej Iwanow. «Aus Erfahrung wissen wir, wenn Herbst und Winter kommen und die Ukraine zu wenig Gas hat, werden sie es stehlen, entschuldigen Sie, dass ich es so sagen muss», meinte Iwanow der Agentur Interfax zufolge.

Russland hatte die Lieferungen an das Nachbarland am 16. Juni eingestellt und will erst wieder verhandeln, wenn die Ukraine ihre Schulden von rund 5,3 Milliarden Dollar bezahlt. Die Führung in Kiew fordert von Moskau aber einen niedrigeren Gaspreis und Rabatte.

(reuters/me/vst)

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