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Weniger Uhren «Made in Switzerland» verkauft

Swatch-Uhren: Die Uhrenexporte sinken schon seit geraumer Zeit. Keystone

Schweizer Uhren gelten als Statussymbol. Trotzdem exportierten Hersteller acht Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Die Zahlen drücken auf die Aktien von Swatch und Richemont.

Veröffentlicht am 18.02.2016

Uhren sind ein Schweizer Exportklassiker. Doch seit Monaten harzen die Verkäufe ins Ausland. Ausgerechnet in den beiden wichtigsten Absatzmärkten, in Hongkong und den USA, verkaufen sich Uhren «Made in Switzerland» deutlich schlechter.

Das schlägt sich in den Exportzahlen nieder: Im Januar verkaufte die hiesige Branche Uhren und Uhrenbestandteile im Wert von 1,5 Milliarden Franken ins Ausland. Das sind satte 8 Prozent weniger als im Januar letzten Jahres.

Aktien von Swatch und Richemont tauchen

Noch stärker sanken einzig die Exporte der vom Franken arg gebeutelten Maschinen- und Elektronikbranche, wie aus der veröffentlichten Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung vom Donnerstag hervorgeht. Nach der Publikation der Statistik verloren die Aktien von Swatch und Richemont deutlich an Wert.

Die schlechten Zahlen vom Januar sind kein Sonderfall. Die Uhrenexporte sinken schon seit geraumer Zeit. Eine Mitteilung des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) offenbart dies: Bei den Uhrenexporten setze sich der Trend vom vierten Quartal des vergangenen Jahres fort, schreibt der Verband.

Exporte nach Hongkong und USA sinken

Die Mitteilung zeigt auch die Gründe: Die Verkäufe nach Hongkong, Uhrendrehscheibe und wichtigster Absatzmarkt der hiesigen Hersteller, sanken bereits den zwölften Monat in Folge. Die Exporte in die USA, den zweitwichtigsten Absatzmarkt, waren den fünften Monat in Folge rückläufig. Das liege vor allem an der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA, sagte Philippe Pegoraro vom Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie, der sda. Die Kaufkraft sei derzeit nicht allzu hoch.

In Hongkong hat der Rückgang mehrere Gründe: Einer ist der Kampf der chinesischen Regierung gegen die Korruption. Dieser belastet die Nachfrage nach Luxusartikeln. Denn teure Uhren sind in China als Geschenk für Gefälligkeiten aller Art beliebt. Dazu komme, dass chinesische Touristen weniger in Hongkong Ferien machten, sagte Pegoraro. Sie kauften daher dort auch weniger Uhren.

(sda/cfr/chb)
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