Am 18. Dezember werden die Uhrenexportzahlen vom November publik. Obwohl sich das Hochpreissegment auch in der Krise recht stabil halten kann: Analysten verlieren zusehends das Vertrauen in den europäischen Luxusgütersektor. Jüngst hat Patrik Schwendimann, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), das Genfer Luxushaus Richemont von «Marktgewichten» auf «Untergewichten» zurückgestuft. Er gehe in den kommenden sechs Monaten noch mal von einem deutlichen Kursrückgang aus, so Schwendimann. Grund sei der 2009 voraussichtlich sehr schlechte Newsflow und die immer noch deutlich zu positiven Konsenseinstufungen.

Hayek Senior kauft eigene Aktien

Seit Jahresbeginn haben die beiden grossen Schweizer Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch deutlich an Wert verloren. Um 47 resp. 57% büssten die Aktienkurse an Wert ein. Seit einem Monat haben sich die beiden Titel jedoch wieder etwas erholt von ihren jüngsten Tiefstständen. Trotz Kurserholung: Die negativen Meldungen der Analysten mehrten sich in der gleichen Zeitperiode.

Die Deutsche Bank, Helvea, Morgan Stanley und Goldman Sachs haben ihre Kursziele für die europäischen Luxushäuser im Dezember teilweise stark zurückgenommen. Dabei war die Rede von «massiv verschlechtertem Ausblick», «sehr schwierigem 4. Quartal und 1. Halbjahr 2009» und «Belastung durch negative Nachrichten».

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Die Führungsetagen von Richemont und Swatch Group scheinen jedoch überzeugt von den Aussichten ihrer Unternehmen. In den letzten Monaten verzeichneten die Management-Transaktionen bei der SIX Swiss Exchange starke Aktivitäten. Seit Mitte November wurden bei Swatch Group Insider-Käufe von über 2 Mio Fr. verzeichnet. Die Käufe seien vom Verwaltungsratspräsidenten Nicolas G. Hayek getätigt worden, heisst es auf Anfrage bei Swatch Group. Auf die Frage, ob Swatch Group bei der aktuell tiefen Bewertung eine Reprivatisierung in Betracht ziehe, äussert sich das Unternehmen jedoch nicht.

Richemont empfohlen

Auch bei Richemont werden intern fleissig eigene Aktien gehandelt: Gekauft - aber auch veräussert. Seit September wurden Titel im Umfang von über 2 Mio Fr. verkauft und für insgesamt über 3 Mio Fr. zugekauft.

Ungeachtet der jüngsten Rückstufungen bei den Kurszielen: Zwei Drittel der Analysten empfehlen Richemont weiterhin zum Kauf. Auch die Bewertung ist derzeit günstig: Bei Vontobel schätzt man das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2009 auf 8,3. Die Valoren von Swatch würden ebenfalls gut 50% der Analysten kaufen. Die Bewertung der Aktie fällt mit einem geschätzten KGV für 2009 von 8,6 etwas höher aus.