Vom Preiszyklus beim Rohöl mit Höchstwerten bei 147 Dollar und einem Tiefst bei 35 Dollar innerhalb eines Jahres konnten nicht alle Anleger profitieren, auch wenn sie einfache Preistracker gekauft hatten. Denn Rohölzertifikate basieren nicht auf dem Spot-Preis, sondern auf den Terminkontrakten («Futures»).

Diese laufen jeden Monat aus und verursachen dadurch «Rollverluste», wenn der Preis des nächsten Kontraktes höher ist als der auslaufendes. Auch kleinere Beträge beim Rollen können sich im Jahresverlauf zusammenläppern. Wenn die späteren Kontrakte wie aktuell gut 2 Dollar teurer sind als die jeweils vorangehenden, kommen im Jahresverlauf 24 Dollar Rollkosten zusammen. Bei einem Ausgangspreis von 40 Dollar bedeutet das für den Anleger rasch einmal, dass sich das Rohöl um die Hälfte verteuern muss, um alleine die Rollkosten einzuspielen. Wenn der Rohölpreis fällt, spüren Anleger diesen Preiseinbruch etwas weniger stark.

Rollverluste möglichst reduziert

Einige Banken haben während der Hausse «rolloptimierte» Produkte auf den Markt gebracht. Diese lösen zwar das Problem nicht vollständig, die Rollkosten werden aber deutlich verringert. Nach bestimmten Kriterien werden die Kontraktkombinationen als Basiswert verwendet, bei denen die Differenzen und damit die Rollverluste möglichst klein sind. Erkennbar sind solche Produkte oft am Zusatz «enhanced». Es gibt sie auf breite Indizes sowie für viele einzelne Rohstoffe von Aluminium bis Zink. Und natürlich auch für die Rohölsorten WTI und Brent.

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Die Handvoll Preistracker auf dem deutschen und schweizerischen Markt für diese beiden Rohölkontrakte sind im November und Dezember lanciert worden. Neben der auf Dollar lautenden Variante, bei der Anleger ein gewisses Währungsrisiko tragen, gibt es auch «Quanto»-Versionen auf Euro- bzw. Frankenbasis.

Wenn man deshalb alleine die Preisentwicklung für die Dollarversionen der letzten vier Monate betrachtet, zeigt sich, dass Anleger auch mit diesen Produkten längst nicht die gleiche Performance mitnehmen konnten, die der Basiswert vorgegeben hatte. So liegt der Anstieg von den Dezember-Tiefständen bei 20 bis 30% und damit lediglich halb so hoch wie beim Rohölkontrakt selber. Auch die Abwärtsbewegungen machen diese Tracker nur gedämpft mit, weil die rolloptimierten Futures längst nicht so volatil sind wie der jeweils nächste Kontrakt.

Alternative: Discountprodukte

Preistracker auf lang laufende Futures, wie ein Kontrakt per Dezember 2010, wären hier eine hilfreiche Alternative, auch wenn Anleger aufgrund der Future-Preisstruktur mehr als den aktuellen Preis bezahlen müssten und die Schwankungen eines dann erst verfallenden Futures ähnlich klein sind wie bei den rolloptimierten Varianten. Eine Alternative sind kurz laufende Discountprodukte. Diese «rollen» meistens nicht, sondern sie basieren auf einem bestimmten Future. Anleger profitieren auch dann, wenn der Rohölpreis leicht fällt und nicht unter die vorher festgelegte Schwelle rutscht. Die Performance nach oben ist meistens mit einem Cap begrenzt.