BARACK OBAMA. Wenn am 3. Januar 2008 mit den Vorwahlen im ländlichen US-Bundesstaat Iowa das Rennen um die US-Präsidentschaft beginnt, setzt die heisse Phase des Wahlkampfes ein. Die Ausgangslage ist ziemlich offen. Der nächste Präsident wird bestimmt nicht mehr Bush heissen, vielleicht Clinton, möglicherweise Obama, oder er kommt aus dem Lager der in Richtungskämpfen zerstrittenen und von Skandalen heimgesuchten Republikaner. Weniger Fragezeichen gibt es um die Regierungspolitik. Von den regierenden Republikanern weiss man um die Förderung der Ölindustrie und der Rüstungsfirmen. Von den Demokraten erwartet man Bewegung im Gesundheitsdossier sowie bei der Förderung alternativer Energien.

Basket nach politischen Dossiers

Diese fundamentalen Differenzen bei politischen Grundsatzfragen, welche unabhängig vom jeweiligen Präsidentschaftsanwärter das Profil beider US-Parteien prägen, sind die Basis für zwei Zertifikate, welche die Deutsche Bank aufgelegt hat. Mit dem Zertifikat DB1SVV (ISIN DE000DB1SVV5) können Anleger auf Firmen setzen, die von einem Wahlsieg der Demokraten profitieren, im Schein DB1REP5 (ISIN DE000DB1REP5) sind Aktien zusammengefasst, die aus einem Sieg der Republikaner den meisten Nutzen ziehen dürften. Im Gegensatz zu einem ähnlichen Produkt, das im Vorfeld der französischen Wahlen emittiert wurde, unterscheiden sich die beiden Aktienbaskets grundsätzlich und es gibt auch keine inhaltlichen Überlappungen. Beim Demokraten-Basket sind neben Firmen, die sich mit alternativen Energien beschäftigen (First Solar, Sunpower, Ormat Technologies) mit Teva auch ein Hersteller nicht rezeptpflichtiger Medikamente sowie mit dem Hypothekenverleiher Fannie Mae auch ein Unternehmen vertreten, das von einer Entlastung von US-Hypothekenschuldnern mit schlechter Bonität am meisten profitieren dürfte. Hinzu kommt auch der Bildungskonzern DeVry. Im Republikaner-Korb dagegen sind mit Exxon, El Paso und Halliburton Aktien aus der Fossilenergiebranche enthalten, zudem die Rüstungskonzerne Lockheed Martin und Raytheon sowie mit Altria ein Zigarettenkonzern, der sich bei einer von Republikanern geführten Regierung nicht vor weiteren Restriktionen fürchten muss. Drei Viertel der Dividenden der Aktien in beiden Baskets werden wieder investiert, der Emittent behält sich zudem vor, die Zusammensetzung gegebenenfalls ändern zu können. Die unterschiedliche Zusammensetzung der beiden Baskets lässt bereits nach einem Monat Laufzeit erste Rückschlüsse zu. Beide Aktienkörbe wurden zu 102 Euro emittiert. Der Demokraten-Schein fiel gleich auf 92 Dollar und stieg dann wieder auf 108 Dollar. Weniger volatil erwies sich bisher der Republikaner-Basket. Der Start erfolgte ebenfalls bei 102 Euro (inklusive Ausgabeaufschlag), dann rutschte der Kurs auf 99 Euro und stieg dann wieder auf 106 Euro.

Der Kurs als Wahlbarometer

Weil die beiden Scheine über die Börse zu kaufen sind, können Anleger gezielt Kursrückschläge für Käufe nutzen – auch wenn sich im Vorfeld der Wahl Veränderungen abzeichnen.