Selbst Gold kann sich dem globalen makroökonomischen Klima nicht ganz entziehen: Im 1. Quartal fiel die Nachfrage aus der Schmuckbranche laut den Analysten der Credit Suisse um 38%. Auch die industrielle Nachfrage sowie die Käufe aus dem Bereich Dentalmedizin gingen um 11% zurück. Und das Angebot vergrösserte sich infolge höherer Gebrauchtgoldverwertungen.

Mit ETF auf Nummer sicher

Mit Gold unterlegte ETF und die Goldmünzenkäufe an Kleinanleger genügten nicht, um diese Nachfrageschwäche auszugleichen. Unter dem Strich blieb laut den Analysten der Credit Suisse ein Nachfragerückgang von 6%. Für dieses Jahr erwarten sie ein Angebot auf dem Weltmarkt von 3940 t. Davon entfallen 1600 t auf Altgold - ein Plus von einem Viertel gegenüber 2008. Die Minenproduktion dürfte hingegen um 80 t auf 2340 t zurück gehen. Und auch für die nächsten Jahre rechnen die Analysten mit einer jeweils um einige Dutzend Tonnen tieferen Minenproduktion.

Diese schrumpfende Produktion könnte laut den Analysten von J. P. Morgan bald zu einer steigenden Nachfrage führen, ebenso preistreibend ist die Aussicht auf eine stärkere Inflation. Anleger, die auf eine solche Entwicklung setzen, fahren mit Preistrackern auf den Goldpreis wie den teilweise mit hohen Umsätzen gehandelten PMTAA, XAUOE, GOLDQ und VZOGO am besten oder, wenn sie besonders grosse Sicherheitsbedürfnisse haben, mit einem mit Gold unterlegten ETF. Für Anleger stehen zudem Discounter wie DGOLD und unterschiedlich ausgestaltete Kapitalschutzprodukte wie ZKB993, AUUSD, GOLDP, EFBGI, JRGPG oder VUGOU zur Verfügung. Bei den Hebelprodukten waren hingegen die Short- und Long-Mini-Futures MXAUY und MXAUA in den letzten Tagen sehr beliebt. Goldminen könnten auch zu den Profiteuren einer solchen Hausse zählen. Laut den Analysten der Bank of America sind die Goldminenaktien unterbewertet, wenn man ein bullisches Goldpreisszenario hat. Allerdings gilt das längst nicht für alle Minenaktien gleichermassen.

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Die Förderer unterscheiden sich jedoch untereinander hinsichtlich der Kosten der Produktion der noch im Boden steckenden Goldbestände und ihrer Absicherungen deutlich. Laut den von Bloomberg zusammengetragenen Analystenschätzungen ist das Gewinnwachstum bei Minen wie Agrico-Eagle, Randgold Resources, Golden Star und Kingsgate am grössten.

Bei Barrick Gold und AngloGold Ashanti, zwei bekannten Adressen, besteht gemäss Analystenkonsens dagegen kaum Steigerungspotenzial.

Minen-Baskets überholen Gold

Goldminenwerte wurden bis vor einem Jahr mit allen möglichen weiteren Aktien zu Baskets gebündelt. Ein einfaches Anlagevehikel sind die Goldminenbaskets wie JBGLD, BKBGM oder GOLWG. Einzelne Anbieter bündeln Gold- und Silberminen zu einem Korb wie TBMET. Diese Produkte widerspiegeln die Kursentwicklung der Basiswerte eins zu eins und haben ungleich weniger negatives Überraschungspotenzial als Worst-of-Produkte.

Die Kursentwicklung der letzten sechs Monate spricht für die Goldminen - die oben genannten Baskets haben den Goldpreis selber um 20 bis 50% abgehängt.