Ein grosses Land mit einem riesigen Handelsüberschuss und steigenden Preisen sollte seine Währung freigeben – das ist die Botschaft der USA an China. Warum spricht Amerika dann nicht über den festen Wechselkurs in Saudi-Arabien?

Auch die binden ihre Währung an den Dollar, sie exportieren weit mehr, als sie im Ausland einkaufen, und sehen sich jetzt einer importierten Inflation ausgesetzt. «Angesichts des riesigen Leistungsbilanzüberschusses und der Reserven in den Golfstaaten wird es für das US-Finanzministerium immer schwerer, zu rechtfertigen, warum man auf China Druck ausübt, die Golfstaaten aber bei ihrer Dollarbindung bleiben dürfen», sagt eine ehemalige Beraterin von Präsident Bush, Kristin Forbes. Es gibt für die Staaten des Golf-Kooperationsrats viele gute Gründe für eine Änderung. Die Inflation in der Region ist hoch und steigt weiter. Sie liegt aktuell zwischen 9% (Kuwait) und 15% (VAE).

Eine Aufhebung der Dollarbindung würde es den Notenbanken am Golf ermöglichen, über Zinssätze die Inflation zu kontrollieren oder Wachstum zu schaffen. Noch gibt es allerdings keine einheitliche Meinung zur Aufhebung der Dollarbindung. Die Golfstaaten erwirtschaften die meisten Gewinne mit dem Verkauf von Öl, dessen Preis in Dollar notiert. Ein besserer Kurs von Rial oder Dirham würde den Ölpreis auf dem Weltmarkt nicht senken, und der Handelsüberschuss bliebe – wenigstens auf Dollarbasis – hoch. Die Saudis sagen, sie wollen an der Bildung einer Golf-Währungseinheit festhalten, auch wenn deren Einführung bis 2010 unwahrscheinlich sei. Und in der Vorbereitungszeit sei es sicher sinnvoll, die Wechselkurse stabil zu halten.

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