Die Zahl reicher Menschen wächst laufend. In den letzten zehn Jahren hat sich diese Gruppe fast verdoppelt. Besonders stark ist die Zunahme von Personen mit einem frei verfügbaren Einkommen von mehr als 1 Mio Dollar derzeit in Südkorea, in Indien und in Russland. Das geht aus dem jüngsten World Wealth Report von Merrill Lynch und Capgemeni hervor.

Gewinner der Globalisierung

Die Gewinner des Wirtschaftsaufschwungs in Asien und in Russland demonstrieren ihren Wohlstand – und dafür eignen sich Statussymbole der etablierten Markenhersteller am besten. Vom Zuwachs der Reichen und dem Aufschwung der Nachfrage profitieren die grossen Unternehmen der Luxusgüterbranche. Der Geschäftsgang der Luxusgüterbranche ist relativ unabhängig von den konjunkturellen Zyklen. Aber gänzlich können sie sich den makroökonomischen Zyklen nicht entziehen, obwohl die jüngste schweizerische Uhrenexportstatistik ein überdurchschnittliches Wachstum von 28% im Hochpreissegment und ein relativ robustes Wachstum von 10% in den USA ausweist. Von einer Abschwächung in Asien kann nicht die Rede sein. Allerdings sind die beiden kotierten grossen Schweizer Uhrenfirmen Swatch und Richemont nicht auf die gesamte Luxusgüterbranche zu übertragen. Die Turbulenzen um den Einstieg von Finanzinvestoren bei Hugo Boss haben beispielsweise die Analysten von Chevreux dazu bewogen, die Aktie auf «underperform» zu setzen. Und auch für den Luxusgüterkonzern LVMH hat Goldman Sachs die Empfehlung mangels möglicher positiver Ereignisse auf «halten» zurückgenommen. Hier macht die gegenwärtig hohe Volatilität den Verkauf von Optionen attraktiv.

Index-Tracker und Baskets

Eine Reihe von Banken hat Luxusgüteraktien gebündelt. BNP Paribas bietet in Deutschland einen Index-Tracker auf den Luxury Goods Index an. ABN Amro hat ebenfalls zwei Indextracker, LUXUT bzw. LUXCH, emittiert. Baskets haben die Berner KB, die UBS, Credit Suisse und Vontobel herausgebracht. Der in Euro denominierte UBS-Basket LUXUS beispielsweise fasst die Aktien von Richemont, LVMH, Harley Davidson, Coach (Taschen), PPR, Carnival (Luxus-Kreuzfahrten), Porsche, Tiffany, Bulgari und Hermes zusammen. Der Vontobel-Aktienkorb VZLXG umfasst auch Swatch, Dior, Hugo Boss, Wolford und Burberry.

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Neben diesen Baskets sind auch einige Produkte emittiert worden, die einige wenige Einzelaktien bündeln. Anlegern ist aber nicht immer gedient, wenn beispielsweise LVMH mit Bayer und Porsche oder mit Siemens und BNP Paribas gebündelt werden. Etwas mehr Sinn machen Produkte wie JPMCU, das LVMH, Richemont und Swatch zusammenfasst. Allerdings gilt es bei solchen Produkten immer, das Kleingedruckte und die Funktionsweise zu beachten. So steigt bei Worst-of-Bündeln das Risiko mit jeder neu hinzukommenden Aktie. Bei Aktiendepots hingegen sinkt das Risiko mit zunehmender Breite der Aktienauswahl tendenziell.

Ausgewählte Einzelwarrants

Bei Einzelwarrants hat Vontobel zwei an der SWX kotierte Hermes-Scheine lanciert, beide sind aus dem Geld. Von den schweizerischen Luxusgüterherstellern ist Richemont der weitaus beliebtere als Swatch. Die beiden Richemont-Scheine CFRQO (ein Call) und CFRIY (ein Put) waren in den letzten Tagen mit etwas überdurchschnittlichen Umsätzen aufgefallen. Das Swatch-Management sieht es nicht gerne, wenn Banken einfach so Derivate auf die eigene Aktie emittieren; die Auswahl ist hier deshalb kleiner als bei Richemont. Die Calls UHRHL, UHRCW, UHRBH, UHRVS und UHRBI waren in den letzten Tagen besonders gefragt.