Eine Aktie oder einen Fonds sollten Sie nie nur deshalb verkaufen, weil der Kurs gefallen ist. Wenn sich jedoch die Voraussetzungen, unter denen man ursprünglich gekauft hat, als falsch erweisen, sollte man über einen Verkauf nachdenken. Doch das ist leichter gesagt als getan. Verkauft man mit Verlust, kratzt das am Stolz, und man verliert sich leicht in Selbstmitleid. Doch zum Glück gibt es ein paar Methoden, die einem Verkauf mit Verlust etwas von der Emotion nehmen können.

Setzen Sie «Stop-look»-Orders. Ich bin kein Freund von Stop-Loss-Orders, die einen automatisch rausschmeissen, wenn ein Papier unter einen festgesetzten Kurs fällt. Aber ich glaube an «Stop-look»-Orders: Immer wenn eine Aktie zum Beispiel 25% unter den Einkaufspreis fällt, sollten Sie Ihre drei wichtigsten Gründe für die damalige Kaufentscheidung hinterfragen und überlegen, ob diese noch gelten. Das verhindert, dass Sie zuerst verkaufen und dann nachdenken.

Fragen Sie sich: «Welche Aktie oder welchen Fonds hätte ich ganz besonders gern?» Und dann stossen Sie Ihre Verlierer ab und sehen Sie sie als Geldquelle, mit deren Hilfe Sie die gewünschten Aktien billiger erwerben können. Über Gelegenheiten nachzudenken statt über Verluste, macht Verkaufen ein ganzes Stück leichter.

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Robin Hogarth, Managementprofessor an der Pompeu-Fabra-Uni in Barcelona, rät, das Kennwort für die Anmeldung zum Broker-Konto umzubenennen, etwa in «Verlierermüssenweg». Wenn man so ein Wort immer wieder eingeben muss, sinkt der Widerstand gegen einen Verkauf.

Beobachten Sie Ihre Verkäufe. Sie sollten sich einen Online-Tracker anlegen, der die Gewinne aller Aktien verfolgt, nachdem Sie sie verkauft haben. Wenn Sie die Nachwirkungen Ihrer Fehler studieren, werden Sie lernen, welche Papiere Sie zu früh und welche Sie zu spät verkauft haben. Was man nicht genau analysiert, kann man auch nicht verbessern.