Bisher haben sich Technologiewerte und ihre Derivate deutlich besser gehalten als der breite Aktienmarkt. Seit Ausbruch der Subprime-Kreditkrise ist der Nasdaq-Gesamtindex um 15% zurückgegangen, der Dow Jones-Industrial hingegen verlor 20%. Firmen aus Europa und Asien hatten ihre IT-Budgets bisher kaum reduziert, und so zeigten die Quartalsausweise der grossen globalen IT-Konzerne wie IBM, HP, Oracle, Microsoft und SAP eine bemerkenswerte Resistenz gegenüber den verdüsterten weltweiten Konjunkturaussichten.

Gibt Dell Massanfertigung auf?

Damit könnte es vorbei sein, glauben die Analysten von Forrester Research, einem auf Marktforschung in der IT-Branche spe-zialisierten Unternehmen. 43% der befragten IT-Chefs berichten von gekürzten IT-Budgets, 24% haben eingefrorene Budgets und lediglich 28% berichten von unverändert gebliebenen Ausgaben. Das dürfte sich auch in den Büchern der drei grossen IT-Konzerne IBM, HP und Dell bemerkbar machen.

Dell kämpft zudem mit hausgemachten Problemen: Das Geschäftsmodell ist für Firmenkunden angemessener als für Privatkunden. Zwei Paradigmenwechsel bezüglich der bisherigen Strategie wurden vorgenommen. Einerseits ein Verkauf über Geschäfte wie Wal-Mart anstelle des ausschliesslichen Direktverkaufs. Und letzte Woche sickerte gar durch, dass ein Verkauf der eigenen Fabriken, wo die Computer nach dem Bestellungseingang genau den Kundenvorgaben entsprechend gebaut wurden, erwogen wird. Von noch grösserer Tragweite ist: Das Rezept aus erfolgreicheren Tagen, Marktanteile über tiefere Preise zu gewinnen, wirkt nicht mehr. Im letzten Quartal war der Gewinn von Dell um 17% auf 616 Mio Dollar zurückgegangen, trotz einem Umsatzplus von 11% auf 16,43 Mrd Dollar. Analysten setzen Kursziele zwischen 20 und 36 Dollar.

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Calls mit Ausübungspreis auf diesem Niveau wie DB71C8 oder DELHN laufen im Dezember aus; etwas defensiver sind Scheine mit Strikes zwischen 23 und 25 Dollar wie DELVL, DELHS oder DELWI. Vorsichtige Anleger werden bei den fünf Discount-Zertifikaten fündig, Branchen-Pessimisten bei Puts wie DELPC oder DB312M. Der bisherige grösste Konkurrent von Dell, HP, ist nach der abgeschlossenen Übernahme des IT-Dienstleisters EDS eher mit IBM vergleichbar. Das letzte Ergebnis wurde von Analysten und Investoren wohlwollend aufgenommen. Laut den Analysten von Goldman Sachs soll der Kauf von EDS bereits im kommenden Jahr einen Beitrag zum Gewinn bringen. Die impliziten Volatilitäten liegen hier mit 27% deutlich tiefer als bei Dell (34%) und 3% höher als bei IBM, womit Optionen relativ günstig sind. Die Kursziele von Analysten liegen bei 55 und mehr Dollar. Attraktive Calls sind HPQWM oder HPQVJ. Defensiv vorgehende Anleger haben vier Discount-Zertifikate mit Caps zwischen 40 und 50 Dollar zur Auswahl. Erwägenswerte Puts sind HPQPB oder DB9U01.

Branchenriese IBM solide

Bei IBM ist das Hardwaregeschäft laut den Analysten von Lehman «on track». Zudem profitiert der grösste Servicekonzern von einem soliden Outsourcinggeschäft ausserhalb der USA. Empfehlenswerte IBM-Calls sind IBMWN, IBMVN und IBMWL. Drei Barrier Reverse Comvertibles und fünf Discount-Zertifikate mit Caps zwischen 100 und 130 Dollar eignen sich auch für defensive Investoren. Puts wie IBMPD oder DB9U13 können vor Rückschlägen schützen.