Die Bauwirtschaftsindikatoren stehen gegenwärtig noch im positiven Bereich. So haben die bewilligten Neubauinvestitionen für Wohnbauten sowie für Industrie- und Gewerbebauten im 1.Halbjahr 2008 gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um weitere 5,5% zugenommen, die Umbauinvestitionen sogar um 6,5%.

Die Perspektiven für die Bauwirtschaft sind in der jetzigen Situation der sich überstürzenden Veränderungen auf den Finanzmärkten und unter Berücksichtigung der Energieverknappung aber von Unsicherheiten geprägt. Die Frage ist, wie sich die Finanzkrise auf den Wohnungsbau und die Infrastrukturbautätigkeit auswirken wird. Nachdem die Bautätigkeit im 3. Quartal 2008 auf dem erreichten hohen Niveau verharrte, seien die Aussichten infolge eines erwarteten Nachfragrückganges etwas eingetrübt, schätzt die Konjunkturforschungsstelle der ETH (Kof).

Moderate Zinsen stimulieren

Bei nach wie vor schwachem Wirtschaftsbau dürften sich die Investitionen in Wohnimmobilien als am widerstandsfähigsten erweisen. Das gesamte Bauvolumen wird 2008 gegenüber dem Vorjahr um 2% zurückgehen und 2009 um weitere 3% schrumpfen.Schweizer Immobilien scheinen angesichts der Unsicherheiten auf den Finanzmärkten gegenwärtig nicht die unattraktivste Form, um Geld anzulegen. Dem kommen auch die sich schon länger auf sehr tiefem Niveau befindlichen Hypothekarzinsen entgegen. Dank diesen selten günstigen Voraussetzungen für den Erwerb von Wohneigentum hielt der Wohnbauboom unvermindert an.

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Entgegen den dramatischen Beispielen aus dem Ausland ist in der Schweiz keine Preisblase bei den Immobilien festzustellen. Daher sei auch kein eigentlicher Crash der Immobilienpreise zu befürchten, meint das Immobilien-Beratungsbüro Wüest & Partner. Es weist auch darauf hin, dass keine Anzeichen für einen Preiszerfall auszumachen sind, und stellt fest, dass die nominalen Preise für Mietwohnungen und Wohneigentum in den letzten Monaten teilweise noch angestiegen sind. In realen Preisen ist der Übergang zu einem stagnierenden Preisniveau bereits erfolgt oder zumindest absehbar.

Im Büroflächenmarkt konnte in den letzten zwölf Monaten ein Preiswachstum beobachtet werden. Eine eigentliche Preishausse war mit gut 5% in der Marktregion Zürich zu verzeichnen. Doch angesichts der erwarteten konjunkturellen Eintrübung dürfte diese Situation in den nächsten Monaten nicht anhalten.

Eigenheime im Trend

Und auch langfristig ist mit einer erheblichen Zusatznachfrage nach Wohnungen im Eigentum zu rechnen. Davon zeugt nicht nur die hohe Bautätigkeit, sondern vor allem, dass trotz jährlich rund 30000 neu erstellten Wohnungen im Eigentum – nämlich 18000 Eigentumswohnungen und 12000 Einfamilienhäuser – die Leerstände in beiden Kategorien nicht signifikant gestiegen sind.

Die ausgezeichneten Rahmenbedingungen hätten in beiden Segmenten zu einem weiteren Anstieg der Preise geführt, der sich mit wenigen Ausnahmen in fast allen Regionen bemerkbar machte, stellen BAK Basel Economics und Fahrländer Partner in einer gemeinsamen Studie fest.