1. Home
  2. Invest
  3. Geldanlage Worauf Dividenden-Anleger jetzt setzen

Invest
Worauf Dividenden-Anleger jetzt setzen

S&P500
Visuelle Darstellung der Aktien im S&P500-Index nach Marktkapitalisierung.Quelle: Mergers&Inquisitions

Dividenden sind ein wichtiges Kaufargument für viele Anleger. Von Jahr zu Jahr steigende Zahlungen sind dabei besonders interessant. Anleger setzen auf den S&P 500 und Nikkei 225.

Von Georg Pröbstl
am 12.10.2018

Die Korrektur war fast schon überfällig. Während die Börsen in Europa in diesem Jahr bisher nicht vorangekommen sind, jagt der Dow Jones von einem Hoch zum nächsten. Der weltweite Leitindex ist seit Juli im starken Aufwärtstrend und Anfang Oktober gab es ein neues Allzeithoch. Die Wall Street konnte so in diesem Jahr bereits um rund zehn Prozent nach oben klettern.

Nun allerdings kam es am Mittwoch zum ersten nennenswerten Kursrückschlag seit vielen Monaten. Der Dow Jones büsste drei Prozent ein und war gestern ähnlich schwach. Und obwohl es bei Europas Börsen bisher keine Kursrekorde gab rauschen die Indizes des Kontinents im Gleichschritt mit der Wall Street in den Keller.

DivDAX – Dividendentitel: wertstabiler und höhere Performance

Auffällig dabei ist: Dividendenstarke Aktien können sich etwas gegen den Verkaufsdruck stellen. Während beispielsweise der DAX in Deutschland in fünf Handelstagen 5,5 Prozent an Wert verloren hat, kam der DivDAX nur um 4,5 Prozent zurück. In diesem Index sind die 15 Aktien aus dem DAX mit der höchsten Dividendenrendite drin.

Der stabilere Lauf der 15 Top-Dividendenaktien aus dem DAX wird auch beim Blick auf einen längeren Zeitraum bestätigt. So schlugen sich die DivDAX-Titel bei den Korrekturen im Januar und März um etwa drei Prozent besser als der gesamte DAX und auf Sicht von zwei Jahren bringt der DivDAX im Moment eine Outperformance zu den regulären deutschen Blue Chips in gleicher Höhe.

Und in den letzten zehn Jahren bringt der DivDAX mit einem Plus von 145 Prozent sogar rund 15 Prozentpunkte mehr Gewinn als die 30 DAX-Mitglieder. Das entspricht einer jährlichen extra-Performance von etwa einem Prozent.

Dividenden – ein Spiegel der Geschäftsentwicklung

Der relativ stabile Lauf der Dividendentitel ist gut begründbar. Denn eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite oft von vier oder fünf Prozent und mehr schützt der Erfahrung nach in schwachen Börsenphasen vor allzu hohen Kursverlusten. Und: Aus der Dividendenhistorie eines Unternehmens lässt sich auch auf die Solidität des Geschäftsmodells schliessen.

Hohe Dividenden deuten nämlich oft darauf hin, dass das sich das Geschäft des Unternehmens nachhaltig bewährt hat und dass ein Unternehmen nicht mehr jeden Rappen oder Cent in das Wachstum und die Entwicklung der Produkte stecken muss.

Für Anleger ist das mit besserer Planbarkeit der operativen Entwicklung verbunden und damit mehr mit Sicherheit. Value-Investoren und an hohen Dividenden orientierte Anleger wissen: Besonders interessant sind Unternehmen, die ihre Ausschüttung regelmässig oder am besten Jahr für Jahr erhöhen können. Letztendlich sind die Dividenden nämlich ein Spiegel der operativen Geschäfts- und Gewinnentwicklung.

Nachhaltige Dividendensteigerung und Performance: S&P 500 liegt ganz vorne…

Nimmt man den DivDAX als Ausgangsbeispiel, könnte es sich für Anleger lohnen, nicht nur auf Einzelwerte zu setzen, die beständig steigende Dividenden zahlen, sondern auch auf entsprechende Indizes. Und tatsächlich: Bei einigen Indizes scheint es einen Zusammenhang zu geben zwischen steigenden Dividenden und der Performance. Der S&P 500 sticht besonders positiv hervor.

Wie BNP Paribas errechnet hat, stiegen die Dividenden im breiten US-Aktienmarkt nämlich in den letzten zehn Jahren auf das Doppelte. Der S&P 500 Total Return, also inklusive Dividenden, brachte in den letzten zehn Jahren aber auch einen Gewinn von 280 Prozent und hat sich damit seit Herbst 2008 fast vervierfacht.

… dicht gefolgt vom Nikkei 225

Unter den grossen internationalen Aktienindizes hebt sich auch der Nikkei 225 nach oben ab. Denn die Blue Chips an der Börse Tokyo brachten in den letzten zehn Jahren nach Angaben von BNP ebenfalls ein Dividendenplus von rund 100 Prozent und auch der Index zeigt seit Oktober 2008 schöne Kursgewinne.

Der Nikkei 225 Total Return – TR – bringt seither nämlich ebenfalls hohe Gewinne inklusive Zahlung von rund 250 Prozent und hat sich damit in der letzten Dekade wie der S&P 500 TR mehr als verdreifacht.

FTSE 100 und Euro Stoxx 50 – flaue Dividendenhistorie und bei der Performance abgehängt

Ein Zusammenhang zwischen Dividendenhistorie und Kursentwicklung könnte auch beim FTSE 100 in London bestehen. Denn wie BNP errechnet hat, steigerten die Titel im Index ihre Ausschüttung in den letzten zehn Jahren lediglich um etwa 30 Prozent. Das Börsenbarometer blieb mit einem Plus inklusive der Zahlungen von rund 100 Prozent auch weit hinter S&P 500 TR und Nikkei 225 TR zurück.

Richtig mies war die Dividendenentwicklung in den letzten zehn Jahren allerdings im Euro Stoxx 50. Die 50 grössten Firmen im Euroraum haben ihre Zahlungen in den letzten zehn Jahren nämlich nicht erhöht – nein, die Ausschüttung ist um rund 25 Prozent gefallen. Die Performance spiegelt das wie in den anderen globalen Börsenbarometern wider. Der Euro Stoxx 50 TR liefert nämlich seit Oktober 2008 nur ein Plus von 80 Prozent und schneidet damit deutlich schlechter ab, als die anderen global Index-Player mit rosigeren Dividendenzahlen.

Auf welchen Index Anleger jetzt setzen sollten…

Zumindest bei den vier genannten Indizes zeigt sich ausnahmslos ein Zusammenhang zwischen Dividendenhistorie und der Performance. Börsianer schlussfolgern: Sind die Dividendenperspektiven gut, könnte es im jeweiligen Index auch in den nächsten Jahren schön nach oben gehen.

Und da bleibt der S&P 500 interessant. BNP geht nämlich davon aus, dass die Dividenden im Index in den nächsten fünf Jahren bis 2022 um etwa 30 Prozent steigen werden. Der Index könnte damit wie schon in den letzten zehn Jahren Top-Performer bleiben. Ähnlich gute Perspektiven lassen sich auch für den Nikkei 225 herleiten. Denn auch für japanische Blue Chips rechnen die Experten von BNP mit einer Anhebung der Ausschüttung bis 2022 um rund 30 Prozent.

… und warum der FTSE und Euro Stoxx Schlusslicht bleiben könnten

Wenig erfreulich sieht es dagegen im FTSE 100 und Euro Stoxx 50 aus. Die Analysten der Bank rechnen in beiden Indizes nämlich bis 2022 nur mit einer Stagnation der Ausschüttung. Schreibt sich die Vergangenheit fort, dann dürften die beiden Indizes auch in den nächsten fünf Jahren schlechter laufen als S&P und Nikkei.

Anzeige