An der ersten öffentlichen Rede nach dem Sieg von Donald Trump in der Präsidentschaftswahl hat sich Fed-Chefin Janet Yellen zu Wort gemeldet.

Im Manuskript verwies Yellen auf die November-Sitzung der Fed. Damals hätten es die Währungshüter als angemessen bezeichnet, dass die Zinsen «relativ bald» stiegen. Yellen betonte, die amerikanische Wirtschaft habe sich weiter in Richtung der von der Notenbank Fed angestrebten Ziele entwickelt. Sie peilt Vollbeschäftigung und stabile Preise an.

Keine Risiken eingehen

Die Fed-Chefin sagte, ein Hinauszögern der geldpolitischen Straffung könne dazu führen, dass Investoren in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld übermässige Risiken eingingen. Dies könne dazu führen, dass spätere Zinserhöhungen dann in einer schnelleren Gangart erfolgen müssten.

Die Fed hält die Zinsen seit Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Experten rechnen für Dezember mit einem Schritt nach oben.

Ermutigende Konjunkturdaten

Unterstützung erhielt Yellen am Donnerstag von neuen Konjunkturdaten. Wie das Arbeitsministerium mitteilte lagen die Konsumentenpreise im Oktober um 1,6 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr. Im September lag die Inflationsrate noch bei 1,5 Prozent. Die Fed strebt bei der Inflation zwei Prozent an.

Die sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Löhne ermutigen zudem viele Amerikaner zum Hausbau. Die Zahl der Wohnbaubeginne stieg nach Daten des Handelsministerium kurz vor den Präsidentschaftswahlen um 25,5 Prozent auf eine Jahresrate von 1,32 Millionen. Das ist der stärkste Anstieg seit Juli 1982.

Angesichts dieser Zahlen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Baubranche im vierten Quartal spürbar zum Wachstum der weltgrössten Volkswirtschaft beitragen wird. In den beiden Vorquartalen bremste der Wohnungsbau den Aufschwung noch.

(sda/chb)