Für die Anleger des Technologiekonzerns OC Oerlikon hat das Jahr schlecht begonnen: Seit letztem Januar hat die Aktie die Hälfte ihres Werts eingebüsst. Und eine Besserung ist nicht in Sicht: «Der echte Stresstest für Oerlikon kommt jetzt in der 1. Jahreshälfte», sagt Helvea-Analyst Reto Amstalden. «Wir konzentrieren uns auf die Bestellungseingänge sowie allfällige Restrukturierungsmassnahmen.» Mehr Klarheit dazu werden nun die Jahresergebnisse bringen, die am 26. März erwartet werden.

«Um zu vermeiden, dass die Sicherheiten für ausstehende Kredite unter eine kritische Grenze fallen und Firmenteile verkauft werden müssen, erwarten wir für die kommenden Wochen neue operative und finanzielle Restrukturierungsmassnahmen.» Weil laut Amstalden Anzeichen für solche Massnahmen fehlen und der Erfolg ungewiss sei, rät er Anlegern, an der Seitenlinie zu bleiben.

Sinkender Umsatz und Gewinn

Den gleichen Rat gibt auch Vontobel-Analyst Michael Foeth. «Die vorläufigen Eckwerte haben kaum Aufschluss über die wirkliche Leistung der einzelnen Sparten gegeben. Weil bei der Solarsparte der Umsatz enttäuscht hat und wir seit einiger Zeit nichts mehr von neuen Aufträgen gehört haben, werden wir zunehmend pessimistisch.» Foeth erwartet für 2009 einen Umsatzrückgang um 18% auf 3,8 Mrd Fr., den Gewinn pro Aktie sieht er um 22% tiefer.

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Zur Ungewissheit um die kommerzielle Seite hinzu kommt die Unklarheit um die Absichten des Grossaktionärs Renova. Oerlikon war in den letzten Wochen Gegenstand von Gerüchten über die Absichten von Renova, den Verkauf von Assets und Fusionsszenarien. Auch hier muss erst noch Klarheit geschaffen werden.