Obwohl nach der Kursrally seit Mitte März die Verluste seit Jahresanfang an der Schweizer Börse praktisch aufgeholt wurden - für etliche Derivate mit Caps, Schwellen und Knock-out-Barrieren bedeuteten die ersten drei Monate einen Stresstest.

In der jüngsten Publikation von Scoach, der gemeinsam betriebenen Derivatebörse der Schweizer Börse SIX und der Deutschen Börse, analysierte das IZA (Institut für Zertifikateanalyse) die Performance der Scoach-Bonus-, Discounter-, Garantie- und Outperformanceindizes und verglich sie mit dem EuroStoxx-50-Index.

Studie ergibt durchzogenes Bild

Dabei zeigte sich ein sehr gemischtes Bild: Erwartungsgemäss, liefen Garantie-Zertifikate deutlich besser als der Markt. Ihre Preise stiegen gemächlich an. Hier spielen die fallenden Zinsen eine Rolle sowie der kontinuierlich aufgebaute Zinsertrag der eingebauten Zerobonds. Anleger erkaufen sich diese Sicherheit indes unter anderem mit fehlender Performance, denn auch auf längere Sicht bewegen sich diese Produkte kaum nach oben und nach unten.

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Ebenfalls relativ gut hielten sich Discount-Zertifikate, die im 1. Quartal zwar rund 7% verloren, sich aber deutlich besser als die Benchmark hielten, die doppelt so viel eingebüsst hatte. Bei diesen Produkten verkauft der Anleger Volatilität (erwartete Schwankungsbreite), und weil sich diese im 1. Quartal leicht zurückgebildet hatte, zeigt sich das in einer besseren Performance der Produkteklasse gegenüber dem Basiswert.

Eher schwach performten Bonus- und Outperformance-Zertifikate. Bei Bonus-Zertifikaten hatten Anleger insgesamt zu lange Laufzeiten und zu kleine Puffer gewählt. Kurze Laufzeiten und angemessene Puffer wären hier angemessener gewesen. Und bei Outperformance-Produkten, die ebenfalls einige Prozentpunkte schwächer abschnitten als der Vergleichsindex, spielten noch Basiseffekte einzelner Indexkomponenten eine gewisse Rolle.

Teilschutz mit Bonus-Produkten

Bis auf die sich kaum bewegenden Garantieprodukte machten die anderen Zertifikatetypen die abrupte Aufwärtsbewegung seit Mitte März eins zu eins mit. Hierbei zeigen sich die Effekte von Produkten mit Teilschutz wie den Bonus-Zertifikaten. Wenn die Barriere gerissen ist, wandelt sich das Produkt in einen Preistracker - und Anleger gehen nicht ganz leer aus, auch wenn der Bonus weg ist. Sie haben - ausser bei den nicht getesteten Knock-out-Produkten - die Chance, bei einer Erholung die Verluste wieder aufzuholen.

Auch wenn Bonus-Zertifikate in der Schweiz eine geringere Rolle spielen, weil hier Tracker-Produkte ungleich populärer und Reverse Convertibles der direkte Konkurrent sind, dürfte der Trend bei schweizerischen Produkten ähnlich gelagert sein. Dies geht aus der jüngsten Marktstatistik des Schweizerischen Verbandes für Strukturierte Produkte (SVSP) hervor.

Prämienvolumen stark gestiegen

Mit den gestiegenen Kursen der Basiswerte kommt auch die Risikofreude wieder etwas zurück. Die Daten von Derivative Partners weisen für den April eine deutliche Steigerung des Prämienvolumens von Warrants aus. An einzelnen Tagen liegen diese Volumen wieder bei 100 Mio Fr. Und auch die Call-Put-Verhältnisse zeigen wieder ein deutliches Übergewicht der Calls.