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Restrukturierung
Züblin gibt Details zur Kapitalerhöhung bekannt

Züblin Immobilien: Grossaktionär Vekselberg stellt Bedingungen. Keystone

Verlust aus dem vergangenen Jahr zwingen die Immobilienfirma Züblin zu einer Kapitalerhöhung. Hauptaktionär Vekselberg stellt aber eine Bedingung für seine Zustimmung.

Veröffentlicht am 10.06.2015

Das Immobilienunternehmen Züblin gibt Details zur in Aussicht gestellten Kapitalerhöhung bekannt. In einer ersten Massnahme sollen die Aktionäre an der ausserordentlichen Generalversammlung dem Antrag zustimmen, den Nennwert aller ausstehenden knapp 60 Millionen Namenaktien auf 0,05 Franken von derzeit 1,00 Franken und damit das Aktienkapital auf knapp 3 Millionen Franken zu reduzieren.

Darauffolgend soll das Aktienkapital durch Ausgabe von 1,43 Milliarden Namenaktien zum Bezugspreis von 0,05 Franken je Aktie um 71,7 Millionen Franken erhöht werden, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Für jede vor der Kapitalerhöhung bestehende Namenaktie erhalte deren Besitzer ein handelbares Bezugsrecht, welches das Recht zum Erwerb von 24 im Rahmen der Kapitalerhöhung auszugebenden Namenaktien gewähre. Hauptaktionär Victor Vekselberg (via Lamesa) erwägt den Angaben zufolge, die Zeichnung vollständig zu garantieren.

Vekselberg stellt Bedingungen

Damit ist die Restrukturierungsmassnahme aber noch nicht in trockenen Tüchern: Vekselberg, der aktuell über sein Investmentvehikel rund 33 Prozent aller Aktien besitzt, stellt nämlich die Bedingung, Lamesa von der Pflicht zur Unterbreitung eines öffentlichen Kaufangebots zu befreien. Denn wenn er die neuen Aktien zeichnet, rutscht er über die Schwelle, die automatisch ein öffentliches Kaufangebot für alle Aktien auslösen würde. Der Ball liegt nun bei der Übernahmekommission, die der Bedingung Vekselbergs noch zustimmen muss.

Diese im Zusammenhang mit der Vorlage der Jahreszahlen angekündigte Kapitalerhöhung ist eine «Notfallmassnahme». Denn die im vergangenen Geschäftsjahr erlittenen Verluste führten dazu, dass das Eigenkapital von Züblin auf 27 Millionen Franken bzw. auf 4,8 Prozent der Bilanzsumme zusammenschrumpfte. Da damit die Hälfte des Aktienkapitals (knapp 60 Millionen Franken) nicht mehr gedeckt ist, ist der Verwaltungsrat gemäss Schweizer Obligationenrecht verpflichtet, eine Generalversammlung einzuberufen und Sanierungsmassnahmen zu beantragen. Züblin hat die Generalversammlung auf den 30. Juni anberaumt.

(awp/ise/ama)

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