Wirtschaftskrise hin, Börsentaumel her, auf die Werbung ist Verlass: Die Werbestatistik weist für 2007 zum vierten Mal in Folge höhere Nettoumsätze auf. Insgesamt wurden knapp 5,9 Mrd Fr. in die kommerzielle Kommunikation investiert. Das ist der höchste Wert, den die Werbestatistik Schweiz seit ihrer Gründung im Jahre 1982 ausweist. Verglichen mit damals (2,8 Mrd. Fr.) bedeutet dies mehr als eine Verdoppelung. Natürlich hat sich in all den Jahren einiges verändert. Neue Medien sind dazugekommen, andere haben an Bedeutung verloren. Nach wie vor die Nummer eins im Mediamarkt ist die Presse.

Die Schweiz wird also ihrem Ruf als Printland einmal mehr gerecht. Die 2,5 Mrd Fr. machen 43% des gesamten Werbekuchens aus. Trotz Unkenrufen, mit der Presse gehe es angesichts des an Bedeutung gewinnenden Internets bergab, registrierten die Zeitungen und Zeitschriften eine Umsatzzunahme von 5%. Innerhalb der Printmedien sind es vor allem die Wirtschafts- und Finanztitel, die im Jahr 2007 zugelegt haben, sie registrierten gar eine Steigerung von 13%. Das ist bemerkenswert angesichts der ständig steigenden Bedeutung der elektronischen Medien.

In der Kategorie elektronische Medien ist es in erster Linie das Fernsehen, das eine stetige Steigerung erlebt. Mit 637 Mio Fr. erreicht TV inzwischen etwas mehr als ein Viertel des Werbevolumens. Den markanten Anteil an der Steigerung machen dabei die ausländischen Privatsender aus.

Eher im Retourgang befinden sich dagegen die anderen elektronischen Medien: Radio hat ebenso verloren wie Kino, und Teletext ist seit 2002 rückläufig. Die Kinobetreiber spüren zweifellos die negative Entwicklung im Bereich der Tabakwerbung: Auch wenn erst wenige Kantone Zigarettenwerbung in den Kinos explizit verboten haben, antizipieren diverse Tabakfirmen die drohenden Verbote und verzichten von sich aus auf Kinowerbung. Das Ergebnis: Nach 7,2% im Jahr 2006 macht die Tabakwerbung in den Kinos 2007 nur noch 1,8% aus.

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Nach wie vor populär ist in der Schweiz die Plakatwerbung, obschon gerade diese Sparte am meisten unter den Werbeverboten für Tabak und Alkohol zu leiden hat. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Aussenwerbung mit 663 Mio Fr. noch vor den elektronischen Medien an zweiter Stelle zu finden ist.

Das Internet holt auf

Im Jahre 2005 wies die Werbestatistik Schweiz erstmals Netto-Werbeumsätze für das Internet aus. Damals investierten couragierte Auftraggeber 36 Mio Fr. in das zukunftsweisende Medium. Obschon auf Userseite das Bildschirmmedium inzwischen extrem aufgeholt hat und insbesondere die junge Generation den Computer als wichtigstes Informationsmedium nutzt, sind die Werbeumsätze (noch) nicht im gleichen Mass angestiegen. Die Zunahme ist zwar kontinuierlich, aber nicht dergestalt, wie man sich das vorstellen könnte: 2006 wurden 47 Mio Fr. in Internetwerbung investiert, 2007 waren es dann 52 Mio Fr. Auch wenn das Internet damit noch weit abgeschlagen ist, es hat immerhin Kino und Teletext zusammen bereits überholt. Im Vergleich dazu: In den USA haben die Werbeaufwendungen im Internet jene im TV bereits überflügelt!