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Zurich und Bâloise in guter Verfassung

Die beiden Konzerne aus Zürich und Basel dürften solide Zahlen präsentieren – trotz Finanzmarktkrise.

Von Pascal Ihle
am 13.05.2008

Die Versicherungstitel widersetzen sich der Finanzmarktkrise bisher erfolgreich. Während der Swiss Market Index rund 11% verlor, legte der Versicherungsindex der Schweizer Börse SWX um gut 3% zu; der Bankenindex dagegen verschlechterte sich um 24%. Mit ein Grund ist, dass die Schweizer Versicherer – ausser der Swiss Re – bisher noch keine Abschreibungen vornehmen mussten und diesbezüglich das grössere Vertrauen der Anleger geniessen als die Banken.

Gute Dividendenpapiere

Doch ausgerechnet die Zurich Financial Services, die in den letzten Quartalen mit Rekordergebnissen aufwartete, hat die Erwartungen der Investoren (noch) nicht erfüllt. Das mag am grossen US-Exposure liegen und an der Rechnungslegungswährung, dem Dollar. Die Dividendenpapiere verloren seit Anfang Jahr gut 6%. Am Donnerstag, 15. Mai, präsentiert Zurich FS die Ergebnisse zum 1. Quartal 2008. Georg Marti, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), hat «gedämpfte Erwartungen»; operativ sollte die Geschäftsentwicklung weiterhin solide ausfallen. Sowohl der Leben- als auch der Nichtlebenbereich dürfte laut Marti in einer guten Verfassung sein, obschon sich die Combined Ratio, die Schaden-Kosten-Quote, im Lebenbereich aufgrund von branchenweit gehäuften Schadensereignissen verschlechtert. Viktor Dammann, Analyst bei der Bank Vontobel, erwartet als Folge der schlechten Börsen einen Rückgang der Kapitalgewinne von 1711 Mio Dollar auf 310 Mio Dollar. Er stufte die Aktie jedoch mit «Kaufen» ein und setzt das 12-Monats-Kursziel auf 400 Fr. Für Investoren sprechen das moderate Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,8 sowie die Dividendenrendite von 5%. Die ZKB empfiehlt die Zurich-Aktien zu kaufen, ebenso die Mehrheit der Finanzhäuser. Die Kursziele werden bis zu 430 Fr. (Citigroup) veranschlagt. «Neutral» sind HSBC und Goldman Sachs.Ebenfalls zu den Kaufgelegenheiten zählt die Bank Vontobel in ihrer jüngsten Analyse der europäischen Versicherer die Bâloise. Der Basler Versicherer, mit je einem Marktanteil von rund 8% im Leben und Nichtleben nach Zurich FS, Axa Winterthur und Swiss Life (im Leben) der Kleine unter den Grossen, publiziert am Freitag seine 1. -Quartals-Zahlen.

Akquisitionen erwartet

Nach dem Rekordjahr 2007 hält es Marc Effgen, Analyst vom Broker Helvea, allerdings für schwierig, dass die Bâloise ihre ambitiösen Ziele für 2008 aufrechterhalten kann. Grund sind die Turbulenzen an den Finanzmärkten sowie das hohe Aktien-Exposure. Was die Analysten am meisten beschäftigt, ist die Frage der Akquisition. Die Kriegskasse ist laut Effgen rund 3 Mrd Fr. schwer, und VR-Präsident und CEO Rolf Schäuble will Übernahmen tätigen. Zwei Faktoren stützen die Báloise-Aktien: Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,6, was einem Discount von 15% gegenüber dem Branchenschnitt entspricht, und eine Dividendenrendite von 4,6%. Gleichwohl: Neben den «Kauf»-Empfehlungen (Vontobel, Bank am Bellevue) stuft Goldman Sachs die Báloise-Aktie mit «sell» ein und setzt das Kursziel auf 107 Fr.

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