Eigentlich taugen die Valoren der Kantonalbanken nicht als Spekulationsobjekte. Vielmehr eignen sie sich für jene Investoren, die noch am Credo des «buy and hold» festhalten: Man behält die Titel im Portefeuille, profitiert von den meist stattlichen Dividenden - und nimmt an den Generalversammlungen teil, die sich vielerorts zu richtigen Volksfesten gemausert haben.

Konkurrenz abgehängt

Doch seit der Finanzkrise, und nun auch im 1. Halbjahr 2010, werden bei den Aktien und Partizipationsscheinen der Staatsinstitute auch Trader fündig. Die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) etwa gewann seit Januar über 13% an Börsenwert hinzu. Der Kurs der Basler Kantonalbank (BKB) kletterte gar um 17%. Damit liegen beide deutlich über dem Niveau der Konkurrenz, gemessen am SWX SP Banks TR Index, der es 2010 nur ganz knapp ins Plus schaffte.

Zu verdanken haben dies die Institute einmal mehr der Rückendeckung durch den Staat und den attraktiven Dividendenrenditen, aber natürlich auch der Orientierung hin zum Binnenmarkt. Dort dürfte das Zinsengeschäft den durch die schwierige Börsenlage enstandenen Schaden im Vermögensverwaltungsgeschäft abfedern helfen. Auf dieser Basis lassen sich auch die Gewinne steigern - die Luzerner Kantonalbank (LUKB) erzielte hier mit 73,4 Mio Fr. jüngst ein Plus von 4,5%. Gar um 7% soll der Reingewinn bei der BCV steigen (1.-Semester-Ergebnis am Donnerstag, 19. August), schätzen Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Überhaupt gilt die BCV derzeit als heisser Tipp: Der jüngsten Schweizer Bankenstudie des Beratungsunternehmens IFBC zufolge hat BCV zwischen 2003 und 2009 die beste «Top Value Performance» erzielt, gemessen an Performanceniveau und -steigerung sowie am Betriebsertrag. Ebenfalls in die Kränze kommen bei IFBC die SGKB und die LUKB.

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Keine Immobilienblase, aber ...

Analysten dagegen erwarten von den beiden Instituten nicht mehr allzu viel. Die ZKB stuft die LUKB auf «Marktgewichten», während Kepler Research bei der SGKB (1.-Halbjahres-Resultat am 19. August) überhaupt kein «upside» mehr sieht. Sorgen bereitet den Marktbeobachtern dabei vorab die Lage am Immobilienmarkt. Sie sehen zwar keine Immobilienblase, die Kreditausfälle dürften jedoch zunehmen - und sowieso werden die Margen bei den Hypotheken immer geringer. Hinzu kommen das schwierige regulatorische Umfeld und vorsichtige Anleger, was die Kommissionserträge schmälert.

Es macht deshalb ganz den Anschein, als ob sich das Fenster für Trader bei den KantonalbankWerten allmählich schliesst. Ausdauernde Anleger sind aber mit den Papieren immer noch bestens bedient.