STRUKTURIERTE . Wer Ende Juni, unmittelbar vor Ausbruch der Subprime-Krise, in den schweizerischen Aktienmarkt investiert hatte, hat bis Ende letzter Woche gut 5% verloren. Zwischenzeitlich hatte es noch viel betrüblicher ausgesehen – der Einbruch im August brachte gegenüber dem Juli-Peak einen Verlust von 10% und nach einer Zwischenrally mit Höhepunkt im Oktober hatte der Swiss Market Index (SMI) bis letzte Woche erneut 13% eingebüsst.

Tracker reagieren wie der Index

Sogenannte Index-Tracker machen die Wellenbewegung des SMI ungebremst mit. Index-Tracker gelten als günstiges Vehikel, um einen Markt oder mehrere Aktien gleichzeitig und nicht nur einzelne Aktien «zu kaufen»; solche Tracker stehen in Konkurrenz zu Index-Fonds und ETFs, die teilweise Dividenden ausschütten und auch rechtlich – durch die Fonds- bzw. Aktienkonstruktion – eine andere Stellung einnehmen als Zertifikate, die Inhaber-Schuldverschreibungen sind.Gegenwärtig sind an der SWX zehn Index-Tracker auf den SMI gelistet. Die wichtigsten Kriterien für Anleger sind hier die Frage der Laufzeit (Open-End-Produkte müssen nicht erneuert werden), der Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) sowie der Liquidität. Der Wettbewerb der Banken untereinander sorgt für sehr geringe Spreads, diese lagen Ende letzter Woche zwischen 0,12% (beim SMIIT) und 0,6% (SMIDB). Im Vergleich dazu liegen die Spannen bei den liquidesten Warrants zwischen 2 und 20%.

Beständige Kapitalgeschützte

Von den strukturierten Produkten wiesen einzig die kapitalgeschützten Varianten in der letzten Woche einige Handänderungen auf. Im Gegensatz zu Hebelprodukten (inklusive der Knock-Out- und der Mini-Futures-Varianten) werden solche Produkte oft gekauft und bis zum Verfall von den Anlegern gehalten. In diesem Sommer kam es jedoch gemäss den Monatsstatistiken von Derivative Partners im Gefolge der Turbulenzen zu einigen Umschichtungen in Richtung defensivere Zertifikatevarianten. Das am meisten gehandelte Kapitalschutzprodukt war letzte Woche LBBBF, es weist indes eine noch zu kurze Laufzeit auf, um die Performance des Produktes der des Basiswertes gegenüberstellen zu können. Einige Handänderungen sah das ZKB-Produkt ZKB6E9. Dieses verlor zwischen Anfang Juli und Mitte August 5%, machte diesen sanften Rückgang bis Mitte Oktober wieder gut und rutschte dann nochmal um 6% ab, bevor in den letzten Tagen, parallel zur Entwicklung beim Basiswert, eine Erholung einsetzte. Im Vergleich zum SMI ist die Kursentwicklung weicher gezeichnet, hier gilt indes, wie bei vielen anderen Kapitalschutzprodukten, dass die Garantien der Emittenten per Verfall gelten und dass es während der Laufzeit durchaus zu Kursschwankungen kommen kann. Besonders hoch sind solche Schwankungen bei Produkten, wenn die Risiken, falls bestimmte Schwellen touchiert werden, hoch sind, also beispielsweise bei Bonus-Zertifikaten. Setzt ein Aufwärtstrend in der Nähe einer Grenze ein, machen Anleger innert kurzer Zeit hohe Kursgewinne. Allerdings sind solche «Bottom-Fishing»-Strategien nur erfahrenen Investoren zu empfehlen, die auch intraday die Kurse überwachen können.

Anzeige

Attraktive Calls und Puts

Der Call SMITC, der letzte Woche die höchsten Volumen aller auf den SMI lautenden Warrants aufwies, zeigt, dass Calls überdurchschnittlich an Wert gewinnen, wenn der Kurs des Basiswertes steigt – aber auch, dass sie rasch an Wert verlieren, wenn der SMI nachgibt. So halbierte sich der Wert zwischen Anfang Juli und Mitte August, als der SMI 10% verloren hatte, andererseits verdreifachte sich der Wert seit dem 21. November, dem bisherigen Tiefststand, und Ende letzter Woche. Entscheidend war der Anstieg über die Schwelle, ab der Anleger Gewinn machen, dieser Preis liegt hier bei 8734 Indexpunkten, gut 5% höher als der Ausübungspreis.Das Gleiche gilt prinzipiell für Index-Puts wie SMIQV, der letzte Woche sehr rege nachgefragt wurde. Der Put erlebte seine Höhepunkte, als der SMI besonders stark unter Druck gekommen war, der Preis stieg zum 21. Novemer auf einen Höchststand von 220%. In den letzten Tagen schmolz der Preis indes wieder zusammen. Darin zeigt sich, dass Puts und auch Calls keine langfristigen «buy and hold»-Instrumente sind, sondern regelmässig beobachtet werden müssen, um Gewinne zum richtigen Zeitpunkt mitzunehmen.