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100'000-Bolivar-Note: Kampf der Hyperinflation

Venezuela hat eine neue Note ausgegeben. Neu ist der 100'000 Bolivar-Schein die höchte Banknote des Landes. Ihr Gegenwert: knapp zwei Franken.

Veröffentlicht am 02.11.2017

Im Kampf gegen eine der höchsten Inflationsraten der Welt will Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolás Maduro nun erstmals Geldscheine im Wert von 100'000 Bolivar drucken lassen. Nach dem aktuellen Schwarzmarktkurs ist die Note umgerechnet gerade mal zwei Franken wert.

Maduro stellte am Mittwoch (Ortszeit) am Rande einer Kabinettssitzung eine riesige Kopie der neuen Banknote vor. Vor einem Jahr war der grösste Schein in Venezuela noch der 100-Bolivar-Schein, aber der war damals schon praktisch nichts mehr wert.

Kampf um Macht

Das Land ist politisch tief gespalten. Die Opposition macht den Staatschef für die wirtschaftliche Misere in dem ölreichen Land verantwortlich. Viele Venezolaner sind aber auch von der Opposition enttäuscht. Die Proteste zwischen April und Juli, bei denen 125 Menschen getötet wurden, haben nichts an der politischen Lage im Land geändert.

Für Dezember sind Kommunalwahlen angekündigt. Drei wichtige Oppositionsparteien haben angekündigt, der Urnengang zu boykottieren. Zur Begründung hiess es, die Wahl werde weder frei noch transparent sein.

Dünnhäutiger Maduro

Präsident Nicolás Maduro reagierte ärgerlich auf den angekündigten Boykott der Kommunalwahlen. Er drohte denjenigen, die die Abstimmung «sabotieren» wollten, mit Gefängnis. Zugleich warf er den Oppositionsparteien vor, einem «Befehl» der US-Botschaft zu folgen.

Die drei grossen Oppositionsparteien gehören zum Wahlbündnis Tisch der demokratischen Einheit (MUD). Sie erklärten, für sie habe es Priorität, bessere Bedingungen für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zu erreichen.

(sda/ise/mbü)

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