Die Armut hat in den USA einen neuen Rekordwert erreicht. Einer von fünfzehn Amerikanern (6,7 Prozent) gehört mittlerweile zu den «Ärmsten der Armen», wie aus einem aktuellen Zensus hervorgeht.

Rund 20,5 Millionen Menschen liegen demnach mit ihrem Einkommen 50 Prozent unter der offiziellen Armutsgrenze. Sie leben von weniger als 5'570 Dollar im Jahr, beziehungsweise als vierköpfige Familie von weniger als 11'157 Dollar. 6,7 Prozent ist der höchste Wert, den die Zensusbehörde seit Beginn der Erhebungen vor 35 Jahren ermittelt hat.

Besonders in den amerikanischen Vorstädten hat die Armut stark zugenommen. Armutsraten von mehr als 40 Prozent breiten sich dort den Angaben zufolge doppelt so schnell aus wie in den innerstädtischen Gebieten.

Der Anteil an in extremer Geldnot lebenden Menschen ist in den als arm deklarierten Stadtteilen und Vororten in den vergangenen zehn Jahren von 11,2 Prozent auf 15,1 Prozent gestiegen, wie aus einer Analyse des renommierten Brookings Instituts hervorgeht.

Eine derart hohe geografischen Konzentration der Armut hat es in den USA seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gegeben. Zudem lässt sich in diesen Gebieten eine starke Zunahme von Bewohnern mit lateinamerikanischem Migrationshintergrund feststellen.

In 40 der 50 US-Staaten hat die Armut seit 2007 zugenommen, in keinem Staat ist sie geringer geworden. Am stärksten ist die Geldnot in den südlichen Metropolregionen gestiegen, etwa in Nevada, Florida oder Kalifornien. Aber auch im industriell geprägten Mittleren Westen stieg die Armut durch den Rückgang der Produktion stark.

(rcv/laf/sda)