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Ernte-Desaster
«2013 war das schlechteste Kartoffel-Jahr überhaupt»

Erntehelfer in der Schweiz: Für die Kartoffelbauern war 2013 ein Jahr zum vergessen. (Bild: Keystone)

Die Schweizer Landwirte haben ein Horrorjahr hinter sich – vor allem die Kartoffelbauern. Die Geschäftführerin des Branchenverbands Swisspatat erklärt die Gründe für die historische Missernte.

Von Mathias Ohanian
am 20.12.2013

2013 war ein gebrauchtes Jahr für die Schweizer Landwirte. Viel Regen und kühle Temperaturen führten zu einem verspäteten Start ins Gemüsejahr. Besonders stark betroffen war die Kartoffelernte.

Die Kartoffeln hätten ihren Wachstumsrückstand nicht mehr aufholen können, schreibt der Schweizerische Bauernverband in seinem Jahresrückblick im Landwirtschaftlichen Informationsdienst (LID). Die Folge: viele kleine Knollen und eine Erntemenge, die um 25 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt lag. Ende November lagen nach Angaben des Bauernverbandes 142'000 Tonnen Kartoffeln in den Lagern, das seien rund 23'000 Tonnen weniger als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre.

«Die Pflanzbedingungen waren sehr schlecht»

Das Fazit des Branchenverbands Swisspatat fällt entsprechend desaströs aus: «Nach unseren Hochrechnungen war 2013 für die Schweizer Kartoffelbauern das schlechteste Jahr überhaupt», sagt Christine Heller, Geschäftsführerin beim Branchenverband Swisspatat. Zwar liegen die vollständigen Erntezahlen erst im kommenden Sommer vor, doch erste Schätzungen liessen diesen Schluss zu.

Für die historische Missernte sind vor allem ungünstige Witterungsbedingungen verantwortlich: «Die Pflanzbedingungen waren im Frühjahr wegen des kalten und nassen Wetters sehr schlecht», so Heller. Die Misere setzte sich im Sommer fort: «Der heisse Juli belastete das Wachstum der Pflanzen» – mit der Folge, dass die Schweizer Kartoffeln in diesem Jahr wie vom Bauernverband beschrieben deutlich kleiner wuchsen als in den Vorjahren. Zu allem Überfluss rissen die Wetterkapriolen auch in den Folgemonaten nicht ab: «Im Herbst war es dann wieder sehr nass, was die Ernte erschwerte», erklärt Heller.

Aufatmen bei den Milchbauern

Aufatmen konnten im Gegensatz dazu zum Jahresende die Milchproduzenten: Der tiefe Milchpreis im Jahr 2012 habe den Rückgang der Produktionsbetriebe beschleunigt, schreibt der Bauernverband. Dadurch habe sich der Markt deutlich entspannt und der Milchpreis sei gestiegen.

(mit Material von sda)

 

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