China hat den dritten Tag in Folge seine Währung gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Der Referenzwert des Yuan zum Dollar sei im Vergleich zum Vortag um 1,1 Prozent gesenkt worden, teilte das Devisenhandelssystem der Volksrepublik am Donnerstag in Peking mit.

Ein US-Dollar ist damit 6,4010 Yuan wert. Bereits am Dienstag hatte die chinesische Notenbank den Referenzkurs der heimischen Währung überraschend um 1,9 Prozent gesenkt. Dieses Vorgehen wurde als «einmalige Aktion» bezeichnet. Aus Regierungskreisen verlautete jedoch, dass China eine Abwertung von fast zehn Prozent anstrebe.

Börsen auf Talfahrt

Am Mittwoch senkte die chinesische Zentralbank den Referenzkurs des Yuan im Vergleich zum Dollar ein weiteres Mal um 1,6 Prozent - und verunsicherte damit Anleger in aller Welt. Die Aktienkurse gingen weltweit auf Talfahrt.

Es handelt sich um die stärkste Abwertung des Yuan seit mehr als 20 Jahren. China will damit der heimischen Exportindustrie unter die Arme greifen, die im Juli um mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen war. Mit einer schwächeren Währung werden die chinesischen Exporteure auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähiger, so die Hoffnung.

Keine weitere Abwertung

Für eine weitere Abwertung sieht die chinesische Zentralbank angesichts der guten ökonomischen Fundamentaldaten keine Grundlage. Der Handelsüberschuss, die solide Fiskalpolitik und grosse Bestände an ausländischen Devisen verliehen dem Wechselkurs «kräftige Unterstützung», teilte die Notenbank am Donnerstag mit.

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Sie werde beobachten, ob es ungewöhnliche grenzüberschreitende Devisenströme gebe. Zudem werde sie den Mechanismus zur Kursfestlegung des Yuan weiter verbessern, um normale Fluktuationen beim Wechselkurs sicherzustellen.

Der Vizegouverneur der chinesischen Zentralbank, Yi Gang, sagte, dass das Land im Rahmen der Liberalisierung der Finanzmärkte die Öffnung seines Devisenmarkts beschleunigen und mehr ausländische Investoren anlocken wolle.

Stahlindustrie senkt Ausfuhrpreise

In Reaktion auf die Abwertung des Yuan senkten chinesische Stahlhersteller nach Informationen von Insidern bereits die Exportpreise für Stahl. Einige kleine chinesische Firmen hätten den Preis für Bewehrungsstahl zum Bauen um fünf bis zehn Dollar je Tonne reduziert, verlautete aus Branchenkreisen am Mittwoch.

Chinas Stahlindustrie ist die grösste in der Welt. Eine geringere Nachfrage in der Volksrepublik hat viele Stahlproduzenten jedoch dazu gezwungen, Rekordmengen ins Ausland auszuführen.

Im Gegensatz zu anderen Währungen wie etwa dem Euro ist der Yuan kein frei schwankendes Zahlungsmittel. Die chinesische Zentralbank legt regelmässig einen Referenzwert fest, um den sich der Yuan begrenzt bewegen darf.

(sda/chb/dbe)