1. Home
  2. Konjunktur
  3. Afrikas Wirtschaft fehlt es an Dynamik

Bewertung
Afrikas Wirtschaft fehlt es an Dynamik

Benzinverkauf in Liberia: Rohstoffe sind Fluch und Segen zugleich für die Länder Afrikas. Keystone

Laut OECD sind die Aussichten für Afrikas Staaten besser als im vergangenen Jahr. Doch das Wachstum bleibt vielerorts schwach. Besonders die Abhängigkeit von Rohstoffpreisen bereitet Sorgen.

Veröffentlicht am 12.06.2017

Die OECD und die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) rechnen für Afrika nach einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums im vergangenen Jahr wieder mit einer etwas besseren Entwicklung. Das Wirtschaftswachstum des Kontinents sackte nach dem am Montag in Berlin vorgestellten Ausblick für Afrika 2016 zwar auf 2,2 Prozent nach 3,4 Prozent im Jahr zuvor ab.

Grund waren vor allem die fallenden Rohstoffpreise und die eher moderate Entwicklung der globalen Wirtschaft. Im laufenden Jahr dürfte es mit einem Plus von 3,4 Prozent im Durchschnitt der afrikanischen Länder aber wieder stärker vorangehen. Für das kommende Jahr wird dann eine Beschleunigung des Wachstums auf 4,3 Prozent erwartet.

Schwache Daten aus Westafrika

Am kräftigsten wuchs im vergangenen Jahr die Wirtschaftsleistung der Region Ostafrika mit einem Plus von 5,3 Prozent. In Nordafrika ging es um drei Prozent aufwärts. In den anderen Ländern des afrikanischen Kontinents dagegen blieb die Entwicklung schwach, wobei in Westafrika nur ein Wachstum von 0,4 Prozent erreicht wurde. Auch im Süden des Kontinents legte die Wirtschaft mit 1,1 Prozent unterdurchschnittlich zu. Südafrika, das wirtschaftsstärkste Land des Kontinents, wuchs lediglich um 0,3 Prozent.

Wegen des Rohstoffreichtums wären die Wachstumspotenziale Afrikas aber erheblich grösser, wenn es mehr Dynamik im privaten Sektor und mehr Unternehmergeist gäbe, hiess es in dem Ausblick. OECD und AfDB rechnen mit einem Anziehen der ausländischen Direktinvestitionen in Afrika mit einem Zufluss von über 57 Milliarden Dollar in 2017. Die Länder des Kontinents seien aber aufgefordert, mehr Möglichkeiten zu finden, um die Anfälligkeit für Einnahmeausfälle und Rohstoffpreis-Rückgänge zu mindern.

(reuters/gku/cfr)

Anzeige