Bei der Schweizer Aluminiumindustrie hat sich nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses die vorher positive Auftragslage deutlich verschlechtert. Der Verband der stark exportorientierten Industrie spricht von einem Bestellungsrückgang von 5 Prozent im ersten Quartal.

Noch im Januar habe ein Plus von 17 Prozent bei den Pressprodukten verzeichnet werden können, hiess es am Donnerstag in einem Communiqué des Aluminium-Verbands Schweiz. Nach dem Wegfall des Euro-Mindestkurses sei der Bestellungseingang dann aber massiv eingebrochen.

Hoher Wettbewerbsdruck

Mit dem SNB-Entscheid habe sich der Wettbewerbs- und Margendruck der Aluminium-Industrie schlagartig verschärft, wird Marcel Menet, Geschäftsführer des Aluminium-Verbands, zitiert. Um die währungsbedingten Verluste aufzufangen, habe ein Teil der Verbandsmitglieder die Produktionskapazitäten reduziert.

Rund 200 Stellen sind dabei gemäss Verbandsangaben bislang abgebaut worden. Derzeit zählt die Aluminiumindustrie in der Schweiz 10‘500 Mitarbeiter. Zum Erhalt der Arbeitsplätze werde in den Schweizer Aluminiumfabriken die Automatisierung vorangetrieben respektive die Serienfertigung in andere Länder verlagert, schrieb der Aluminium-Verband dazu weiter.

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2014: Hohe Auslastung

Das passt zur Bilanz vom letzten Jahr: So hat die Aluminiumindustrie 2014 insbesondere dank Neuaufträgen aus der Automobil-, Luftfahrt- und Bahnindustrie eine hohe Auslastung erreicht. Aber auch die Nachfrage aus dem Bau habe sich auf hohem Niveau gehalten, wogegen das Wachstum auf dem Verpackungsmarkt weniger hoch als 2013 ausgefallen sei.

Alles in allem belief sich das Produktionsvolumen der Walz- und Presswerke auf 252‘800 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Plus von 9 Prozent. Auch die Aluminiumgiessereien konnten die verarbeiteten Tonnagen um rund 10 Prozent steigern, beim Leichtmetall-Sandguss sogar um gegen 30 Prozent.

(sda/ise/ama)