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Konjunktur

«AAA» in Gefahr: Moody's droht den USA

Die Gewitterwolken über dem Weissen Haus haben sich nur teilweise verzogen. (Bild: Bloomberg)

Trotz Kompromiss im Haushaltsstreit: Die Ratingagentur Moody's hat den US-Kongress aufgefordert, dass riesige Defizit weiter zu reduzieren - andernfalls wird die Bestnote entzogen.

Veröffentlicht am 03.01.2013

Nach dem Kompromiss um das US-Staatsbudget hat die Ratingagentur Moody's den Kongress zu weiteren Schritten zur Reduzierung des riesigen Defizits aufgefordert. Andernfalls drohe den USA ein Entzug der Bestnote «Aaa».

Das vom Kongress verabschiedete Paket zur Umschiffung der sogenannten Fiskalklippe gehe nicht weit genug, warnte die Ratingagentur. Unter anderem gehe die Einigung nicht auf die Schuldenobergrenze ein, die zum Ende des Jahres 2012 erreicht wurde.

Moody's hatte bereits im September damit gedroht, die Kreditwürdigkeit der USA um eine Stufe herabzusetzen, sollten die Verhandlungen über den US-Haushalt scheitern. Die Ratingagentur beliess den Ausblick für die US-Kreditwürdigkeit bei «negativ».

Die USA stossen voraussichtlich Ende Februar an ihre selbst gesetzte Schulden-Obergrenze. Moody's will nun abwarten, wie sich die Debatte über die Erhöhung dieser Grenze in den kommenden Monaten entwickelt.

S&P bleibt bei «AA+»

Die Ratingagentur Standard& Poor's (S&P) bewertet die USA seit bald eineinhalb Jahren nur noch mit «AA+». Sie sieht sich durch den Kompromiss im Haushaltsstreit nicht zu einer Heraufstufung der Kreditwürdigkeit des Landes veranlasst. Die Einigung ändere nichts am «negativen» Ausblick, urteilten die Bonitätswächter.

S&P begründete die zurückhaltende Einschätzung des Kompromisses damit, dass die US-Staatsfinanzen dadurch mittelfristig nicht stabiler würden. Die Einigung zum Jahreswechsel verhinderte automatisch eintretende Steuererhöhungen für praktisch alle Amerikaner sowie Ausgabenkürzungen. Positiv bewertete S&P, dass sich das Risiko einer Rezession verringert habe.

Staatsverschuldung derzeit: 16 Billionen Dollar

In der Nacht zum Mittwoch hatte das US-Repräsentantenhaus einem Kompromissentwurf zugestimmt, der 98 Prozent aller Haushalte vor Steuererhöhungen bewahrt und pauschale Ausgabenkürzungen quer durch alle Bereiche um zwei Monate hinauszögert. Der Senat hatte dem Entwurf bereits in der Nacht zum Dienstag zugestimmt.

Das jährliche US-Haushaltsdefizit belief sich in den vergangenen vier Jahren auf mehr als eine Billion Dollar. Die Staatsverschuldung liegt derzeit bei über 16 Billionen Dollar.

(vst/chb/sda)

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