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Brasilien weiter im Kriechgang

Küste bei Rio: Über Brasilien ziehen sich noch mehr dunkle Wolken zusammen. Bloomberg

Das Inlandsprodukt der grössten Wirtschaft Lateinamerikas schrumpfte im ersten Quartal. Vor allem die Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück. Kritik gibt es auch an der Regierung.

Veröffentlicht am 30.05.2015

Brasilien droht eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im ersten Quartal um 0,2 Prozent, wie das Statistikamt am Freitag in Brasilia mitteilte. Dafür sorgten vor allem zurückhaltende Unternehmen, die weniger investierten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten sogar mit einem Minus von 0,5 Prozent gerechnet. Ende 2014 war die grösste Volkswirtschaft Südamerikas noch um 0,3 Prozent gewachsen.

Die schwache Konjunktur wird auch auf die Politik von Präsidentin Dilma Rousseff zurückgeführt. Seit Beginn ihrer zweiten Amtszeit am 1. Januar hat sie Staatsausgaben gedrosselt sowie Steuern und Strompreise erhöht. Damit will sie verloren gegangenes Vertrauen bei Investoren zurückgewinnen, die sie für ihre Eingriffe in die Wirtschaft kritisiert hatten.

«Der Trend geht weiter»

Ökonomen gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt auch wegen der Regierungspolitik 2015 um mindestens ein Prozent sinken wird. «Der schwache Konjunkturtrend geht weiter», sagte Cristian Maggio von der Investmentbank TD Securities. «Brasilien wird in die Rezession zurückfallen.»

(reuters/gku)

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