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Bankrott
Die Autometropole Detroit geht vor die Hunde

Detroit: Vom Automobil-Mekka der Welt ist nicht mehr viel übrig geblieben. (Bild: Bloomberg)

Die Autostadt schlechthin steht vor dem Finanzkollaps: Detroit ist praktisch zahlungsunfähig, ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut. Ein Sonderverwalter warnt vor der grössten Stadtpleite der USA.

Veröffentlicht am 14.06.2013

Die einst blühende US-Autometropole Detroit steht kurz vor dem Finanzkollaps. Der vom Bundesstaat Michigan eingesetzte Sonderfinanzverwalter Kevyn Orr sagte, die Stadt sei praktisch zahlungsunfähig. Er rief daher die Gläubiger zu einem «gemeinsamen Opfer» auf. Sollten die Investoren, darunter auch Pensionsfonds, nicht auf einen Teil ihrer Forderungen von 17 Milliarden Dollar verzichten, drohe die grösste Stadtpleite in der US-Geschichte.

Detroit steckt trotz einer Erholung der in der Region beheimateten Autokonzerne General Motors und Ford in einer tiefen Krise. In der einst fünftgrössten US-Stadt mit 1,8 Millionen Einwohnern leben heute nur noch 700'000 Menschen, davon ein Drittel in Armut. Viele öffentliche Dienste wie etwa Strassenbeleuchtungen funktionieren nicht mehr, zahlreiche Wohnungen und Geschäfte stehen leer.

Milliardenschwere Pensionsverpflichtungen

Die Ausgaben zum Betrieb der städtischen Dienste haben nach früheren Angaben von Orr seit 2008 die Einnahmen jährlich um rund 100 Millionen Dollar überstiegen. Zudem zehren Zahlungen für Langfrist-Verbindlichkeiten von rund 8,5 Milliarden Dollar fast 20 Prozent des Haushalts auf. Darüber hinaus belasten milliardenschwere Pensionsverpflichtungen die Stadtkasse.

Orr verhandelt derzeit mit Gewerkschaften und Gläubigern über weitere Einsparmöglichkeiten und hofft dabei auf Klarheit bis Ende Juni. Dabei könnte es auch um Umschuldung und Zahlungsaufschub gehen. New York, Philadelphia und Cleveland konnten auf ähnlichem Weg bereits eine Pleite abwenden.

(chb/tno/reuters)

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