Seit Wochen belastet die Euro-Schuldenkrise auch die Börsen jenseits des Atlantiks. Doch nicht nur am Aktienmarkt sind die Amerikaner nervös, wenn sie Richtung Europa blicken.

«Wir machen uns alle Sorgen, ob der amerikanische Steuerzahler für europäische Staaten und Banken einspringen wird», zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Senator Lindsey Graham aus einem Treffen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke mit republikanischen Senatoren. «Er sagte, nein. Er habe weder die Absicht noch die Befugnis, dies zu tun», so Lindsey über Bernanke.

Der US-Notenbankchef soll zwar deutlich gemacht haben, dass die Euro-Schuldenkrise auch die USA beeinträchtigen könnte. «Er ist sehr besorgt», so Senator Orrin Hatch. Hilfen durch die US-Notenbank scheint Bernanke trotzdem eine Absage zu erteilen.

Das könnte auch ein Nein bedeuten zu einer US-Beteiligung an der Aufstockung der IWF-Gelder für die Euro-Rettung durch die Notenbanken, die auf dem jüngsten EU-Gipfel auf den Weg gebracht worden ist. 

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Flucht aus den den europäischen Banken

Auch bei der Wahl des Geldinstitutes ist die Skepsis der Amerikaner gross: Ausländische Banken in den USA haben laut einem Bericht der «Financial Times» («FT») von Anfang Mai bis Anfang Dezember den grössten Einbruch bei den Einlagen innerhalb von sechs Monaten verzeichnet.

So seien die Einlagen in diesem Zeitraum um 25 Prozent auf 879 Milliarden Dollar gesunken, schreibt die «FT» unter Berufung auf Daten der US-Notenbank. Einige Analysten sprechen der Zeitung zufolge von der Flucht in Sicherheit vor den europäischen zu heimischen Banken.

Viele US-Unternehmen bei Nicht-US-Banken seien durch die Nachrichtenlage verunsichert worden, zitiert die Zeitung einen Analysten der US-Bank Wells Frago - und hätten sich nach einer aus ihrer Sicht sichereren Alternative wie JP Morgan oder US Bancorp umgeschaut.

(tno/vst)