Die Unternehmen in den USA haben so wenige neue Stellen wie seit sieben Monaten nicht mehr geschaffen. Auch die Bauausgaben gingen zurück und die Industrie schaffte nur noch ein Mini-Wachstum.

Der ISM-Einkaufsmanager-Index für den Sektor fiel im April überraschend stark auf 50,7 Punkte und lag damit nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, wie aus Daten vom Mittwoch hervorgeht.

Sie dürften bei der US-Notenbank Fed für Kopfzerbrechen sorgen. Die Währungshüter entscheiden noch am Mittwoch über die Geldpolitik in der weltweit grössten Volkswirtschaft. Experten gehen davon aus, dass sie an ihrer ultralockeren Strategie festhalten.

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Analysten schätzen, dass die Fed in ihrer momentan laufenden dritten Runde von Wertpapierkäufen ungefähr eine Billion Dollar in den Markt pumpt. Auf diese Weise will sie die Wirtschaft in Gang halten und die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Zuletzt hatten Fachleute noch damit gerechnet, dass die Notenbank in der zweiten Jahreshälfte vom Gas geht, doch die schwachen Konjunkturdaten lassen das zunehmend unwahrscheinlicher erscheinen.

Abkühlung im zweiten Quartal erwartet

So stellte die Privatwirtschaft im April nur noch 119'000 neue Mitarbeiter ein, das sind so wenige wie seit sieben Monaten nicht mehr, wie die private Arbeitsvermittlung ADP mitteilte. Experten hatten dagegen mit 150'000 gerechnet. Zudem wurden die Daten für März nach unten revidiert. Es waren nur 131'000 neue Jobs - zunächst war von 158'000 Arbeitsplätzen die Rede gewesen.

Experten befürchten nun, dass auch der für Freitag erwartete offizielle Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für April schwächer ausfällt als erwartet. Die US-Börsen gingen daraufhin mit Verlusten in den Handel.

«Die Abkühlung im zweiten Quartal, die wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, scheint es auch in diesem Jahr zu geben», sagte Sam Bullard, Volkswirt bei der Grossbank Wells Fargo. Das Phänomen ist als «Frühjahrsohnmacht» bekannt. Dafür sprechen auch die schwachen Daten aus der Industrie: In den ersten drei Monaten des Jahres hatte der Einkaufsmanager-Index noch ein spürbares Wachstum signalisiert.

Auch am Bau lief es schlecht: Im März sanken die Bauausgaben um 1,7 Prozent auf für das Gesamtjahr hochgerechnete 856,72 Milliarden Dollar, das ist das niedrigste Niveau seit sieben Monaten. Die öffentliche Hand schränkte ihre Ausgaben sogar so stark ein wie seit 2006 nicht mehr.

(tno/reuters)