Der amerikanische Arbeitsmarkt hat seinen robusten Kurs im August nicht halten können. Nach Zahlen des US-Arbeitsministeriums vom Freitag kamen ausserhalb der Landwirtschaft 142’000 Stellen hinzu. Analysten hatten im Schnitt mit einem viel höheren Zuwachs um 230’000 Arbeitsplätze gerechnet. Darüber hinaus fiel der Jobaufbau so schwach wie noch nie im laufenden Jahr aus. Auch wurden die Stellenzuwächse für die beiden Vormonate um insgesamt 28’000 Jobs nach unten korrigiert.

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In der breitgefassten Industrie (inklusive Bergbau und Baugewerbe) kamen mit 22’000 Stellen deutlich weniger Arbeitsplätze hinzu als in den Vormonaten. Der grosse Dienstleistungssektor enttäuschte ebenfalls mit spürbar schwächeren Zuwächsen. Im Einzelhandel fielen sogar Jobs weg. Die Erwerbsquote, die umschreibt, wie viele Menschen dem Arbeitsmarkt prinzipiell zur Verfügung stehen, fiel wieder auf 62,8 Prozent zurück. Tiefer hatte sie zuletzt Ende der 1970er Jahre gelegen. Die Ursachen dafür sind unter Ökonomen umstritten.

Weniger Arbeitslose

Die Arbeitslosenquote fiel unterdessen um 0,1 Punkte auf 6,1 Prozent. Bankvolkswirte hatten dies erwartet. Der Rückgang dürfte auch Folge der niedrigeren Erwerbsquote sein, in die die Anzahl der Arbeitslosen mit einfliesst. Deswegen gilt die Quote als Richtschnur für den Zustand des Arbeitsmarkt als zunehmend umstritten.

Leicht positive Signale kamen von der Lohnentwicklung. Die Stundenlöhne stiegen zum Vormonat um 0,2 Prozent. Zudem wurde der Zuwachs im Vormonat von Stagnation auf plus 0,1 Prozent nach oben korrigiert. Dies dürfte den ohnehin robusten privaten Konsum zusätzlich stützen. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit lag unverändert bei 34,5 Stunden.

(awp/ise/chb)