Die US-Notenbank hält vorerst Kurs: Bis zu einer nachhaltigen Verbesserung der Wirtschaftslage würden weiter Monat für Monat für 85 Milliarden Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere gekauft, teilte die Federal Reserve (Fed) in Washington nach einer Sitzung des für die US-Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses (FOMC) mit. Ihren Leitzins beliess die Zentralbank wie erwartet bei 0 bis 0,25 Prozent.

Notenbankchef Ben Bernanke äusserte sich allerdings erstmals konkret zum Ausstieg aus den milliardenschweren Anleihekäufen der Fed. Sollten künftige Konjunkturdaten im Grossen und Ganzen erwartungsgemäss ausfallen, sei eine erste Reduzierung der Käufe «später in diesem Jahr» möglich, sagte Bernanke. In der Folgezeit könnten die Wertpapierkäufe Schritt für Schritt verringert werden und Mitte 2014 komplett eingestellt werden.

Kopplung an Arbeitsmarkt

Zugleich bekräftigte Bernanke, dass eine erste Erhöhung des Leitzinses in weiter Ferne liege. Selbst wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent falle, müsse dies nicht unbedingt mit Zinserhöhungen einhergehen. Die Marke sei lediglich ein Schwellenwert - kein Auslöser für automatische Zinsanhebungen.

Seit Ende 2012 hat die Fed ihre Zinspolitik an die Entwicklung am Arbeitsmarkt gekoppelt. Erst wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt, will sie über eine erste Zinserhöhungen nachdenken. Die Fed könne diesen Schwellenwert aber auch jederzeit nach unten setzen, sagte Bernanke auf Rückfrage. Im Offenmarktausschuss FOMC rechnen die meisten Mitglieder mit einer ersten Erhöhung der Fed Funds Rate nach wie vor im Jahr 2015.

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(tno/reuters/awp)