Die US-Notenbank sollte nach Ansicht ihres Führungsmitglieds Jeffrey Lacker möglichst bald die Zinsen erhöhen. Schon die letzte Zinssitzung im Juli wäre ein guter Termin dafür gewesen, sagte der Chef der Fed von Richmond am Freitag bei einer Volkswirte-Tagung.

Auch wenn die US-Wirtschaft zuletzt weniger Jobs geschaffen habe als erwartet, sei der Arbeitsmarkt immer noch auf Erholungskurs. Es sei deshalb eher zu befürchten, dass die Zentralbank die geldpolitischen Zügel zu langsam anziehe. Lacker hat dieses Jahr kein Stimmrecht, nimmt aber an den Beratungen teil.

Vollbeschäftigung angepeilt

Der überraschend geringe Job-Zuwachs im August hatte am Freitag an den Aktienmärkten Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung gedämpft. Die Notenbank peilt Vollbeschäftigung an und verfolgt für ihre Geldpolitik den Arbeitsmarkt sehr genau.

Im Dezember 2015 hatte sie den Leitzins erstmals seit fast zehn Jahren angehoben und hält ihn seither in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Fed-Chefin Janet Yellen stiess zuletzt zwar die Tür für eine Zinsanhebung weit auf, liess den Zeitpunkt aber offen.

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Fed scheint gespalten

Einige Experten gingen bisher davon aus, dass der zweite Schritt noch im September folgen könnte. Nach den jüngsten Arbeitsmarktzahlen gilt dies als unwahrscheinlicher. Die Fed scheint in der Frage selbst gespalten, Lacker gilt als Vertreter einer stabilitätsorientierten Linie.

(reuters/gku)