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Fed-Stresstest: US-Banken bereit für neue Finanzkrise

Branchenprimus JP Morgan Chase hob seine quartalsweise Ausschüttung nach dem Bestehen des Stresstests an. (Bild: Keystone)

Die meisten US-Grossbanken sind für eine neuerliche Finanzkrise gewappnet. Nach den Ergebnissen des jüngsten Stresstests der US-Notenbank Fed würden 15 der 19 wichtigsten Finanzkonzerne des Landes ein

Veröffentlicht am 14.03.2012

Die US-Notenbank Fed hat die amerikanischen Grossbanken einem Stresstest unterzogen. Die meisten bestanden die Prüfung - doch die Citigroup, Suntrust und Ally Financial flogen durch.

Die US-Banken seien heute besser aufgestellt als zu Zeiten der Finanzkreise, teilte die Fed mit. Nach den Zahlen der Notenbank summierte sich das Kapitalpolster der 19 Finanzkonzerne Ende 2011 auf 759 Milliarden Dollar (576 Milliarden Euro); Anfang 2009 und damit mitten in der Finanzkrise waren es 420 Milliarden Dollar.

Der Anstieg lag auch daran, dass die Fed als Aufsichtsbehörde peinlichst darauf geachtet hat, dass die Banken ihre Ausgaben zügeln und etwa die Ausschüttung von Dividenden einschränken.

Citigroup scheitert

Zu den Banken, deren Geldreserven unter die gesetzlich vorgeschriebene Schwelle rutschen würden, zählt die Citigroup. Sie musste während der letzten Finanzkrise vom Staat gerettet werden, genauso wie eine ganze Reihe anderer Institute.

Aus den Unterlagen der Fed ergibt sich, dass die Citigroup im simulierten Worst-Case-Szenario ihre Reserven zu stark anzapfen wollte und deshalb den Test knapp nicht schaffte. Das Institut kündigte an, bei der Fed einen überarbeiteten Plan einreichen zu wollen.

Auch die auf Privatkunden spezialisierten Banken Suntrust und Ally Financial (die frühere General-Motors-Finanztochter GMAC) patzten. Ihre Kernkapitalquote würde in dem Schreckensszenario unter die geforderten 5 Prozent rutschten, Ally würde gerade mal 2,5 Prozent erreichen und bildete damit das Schlusslicht im Test. Der Versicherungskonzern Metlife scheiterte ebenfalls. Der Stresstest sei für Versicherungen ungeeignet, erklärte das Unternehmen und versicherte: «Metlife ist finanziell stark.»

Bank of America besteht

Die Bank of America meisterte den Stresstest dagegen - das problembeladene Geldhaus spart seit der Finanzkrise eisern und zahlt nur noch eine Minidividende von 1 Cent im Quartal.

Dagegen hob der starke Branchenprimus JP Morgan Chase seine quartalsweise Ausschüttung nach dem Bestehen des Stresstests von 25 auf 30 Cent an und erklärte überdies, eigene Aktien im Wert von 15 Milliarden Dollar zurückzukaufen. Auch andere Finanzfirmen erhöhten ihre Dividenden, nachdem sie von der Fed grünes Licht bekommen hatten.

Bei dem jährlich wiederkehrenden Stresstest rechnet die Fed durch, was mit den Rücklagen der Finanzfirmen passieren würde, wenn Märkte und Wirtschaft taumeln. In den Stresstest flossen auch die geplanten Kapitalmassnahmen der Banken bis Ende 2013 ein, etwa Dividenden und Aktienrückkäufe. Die Fed will sicherstellen, dass die Banken genug Geld für magere Zeiten auf der hohen Kante haben.

Szenario: Aktienkurse und Häuserpreise brechen ein

Sie unterstellte bei ihrem Test unter anderem, dass die Aktienkurse um die Hälfte einbrechen, dass die Häuserpreise um 21 Prozent schmelzen und dass die Arbeitslosenquote auf 13 Prozent hochschnellt.

Zum Vergleich: Momentan liegt sie bei 8,3 Prozent, Höchststand in der Rezession waren 9,9 Prozent. Der Gesamtverlust, den die Finanzkonzerne in diesem Szenario schultern müssten, läge auf neun Monate verteilt bei 534 Milliarden Dollar.

(chb/tno/sda)

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