Die US-Notenbank greift zur Unterstützung der lahmenden Konjunktur einmal mehr in die Trickkiste. Sie werde bis Mitte kommenden Jahres 400 Milliarden Dollar in die Hand nehmen, um lang laufende Anleihen zu erwerben, teilte die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mit.

Parallel sollen aus den Beständen der Fed kurz laufende Treasuries mit Laufzeiten unter drei Jahren verkauft werden. Fed-Chef Ben Bernanke will mit dem an die sogenannte «Operation Twist» der Fed 1961 angelehnten Schritt die langfristigen Zinsen senken. Dadurch werden - so das Kalkül - Kredite tendenziell billiger. Dies soll Wirtschaft und Konsumenten helfen.

Ihren Leitzins beliessen die Notenbanker bei der auf zwei Tage verlängerten Sitzung des für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses wie erwartet bei 0 bis 0,25 Prozent.

Die wirtschaftliche Lage bleibe schwach, vor allem der Arbeitsmarkt bereite weiterhin Sorgen, hiess es im Begleitkommentar zu dem Beschluss.

14 Millionen finden keinen Job

Die Achillesferse der US-Wirtschaft bleibt der Häusermarkt, wo die Krise 2007 begonnen hatte. Zusätzlich zu «Twist II» will die Fed deshalb auslaufende hypothekenbesicherte Anleihen und andere Immobilienpapiere in ihren Beständen wieder ersetzen.

Bei ihren neuen Anleihekäufen peilt die Fed vor allem Treasuries mit Laufzeiten zwischen sechs und 30 Jahren an. Abgewickelt werden sollen die Geschäfte wie immer von der New Yorker Filiale der Notenbank.

Die historische erste Operation Twist fand 1961 statt: Auch damals «drehte» die Fed ihr Anleihedepot auf längere Laufzeiten. Aktuell stemmt sich die Fed mit ihren Massnahmen gegen eine sich abzeichnende deutliche Abkühlung, wenn nicht gar eine neue Rezession in den USA in den nächsten Monaten.

Hinzu kommt der schwache Arbeitsmarkt. Derzeit finden gut 14 Millionen US-Amerikaner, die arbeiten wollen, keinen Job. US-Präsident Barack Obama hatte deshalb kürzlich ein milliardenschweres Konjunkturprogramm angekündigt.

(rvc/tno/sda/awp)