1. Home
  2. Konjunktur
  3. Fed warnt vor Risikofreude an den Märkten

Anlage
Fed warnt vor Risikofreude an den Märkten

Fed-Chefin Yellen: Investoren sollen Unsicherheiten nicht unterschätzen.   Keystone

Die US-Notenbank warnt vor zu grosser Bereitschaft zum Risiko bei Geldanlagen. Die Unsicherheit über die künftige Entwicklung von Wirtschaft und Geldpolitik würden nicht ernst genug genommen.

Veröffentlicht am 10.07.2014

In der US-Notenbank zeigt man sich zusehends beunruhigt über die nachlässige Haltung von Investoren gegenüber wirtschaftlichen Risiken. Einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) warnen vor der gestiegenen Risikoneigung an den Finanzmärkten, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll («Minutes») der letzten Fed-Sitzung vom 17. bis 18. Juni. Von den Marktteilnehmen werde die Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Wirtschaft und der Geldpolitik nicht ausreichend gewürdigt.

Die entsprechenden Vertreter verwiesen auf die geringen Bewegungen an den Aktien-, Devisen- und Anleihemärkten. Hinweise auf eine baldige Zinswende gab die Fed jedoch nicht. Man müsse weiter für ein günstiges Umfeld für die wirtschaftliche Erholung sorgen, hiess es im Protokoll. Notenbankchefin Janet Yellen hatte zuletzt deutlich gemacht, dass die Geldpolitik ein ungeeignetes Instrument sei, um Finanzmarktrisiken entgegen zu wirken. Eine verbesserte Überwachung des Gesamtsektors (makroprudentiell) sei notwendig, um Stabilitätsrisiken frühzeitig zu erkennen.

Zinserhöhung 2015 soll rechtzeitig vorbereitet werden

Die für das kommende Jahr erwartete erste Zinserhöhung nach der Krise, soll rechtzeitig vorbereitet werden, heisst es in den «Minutes». Man wolle einen Plan entwickeln, wie im weiteren Jahresverlauf die anstehende Normalisierung der Geldpolitik kommuniziert werden soll. Die Öffentlichkeit solle bereits vor den ersten Schritten informiert werden. Die meisten Marktteilnehmer erwarten eine Zinswende Mitte 2015. Nach den zuletzt starken Arbeitsmarktdaten halten immer mehr Experte auch eine frühere Zinswende für möglich. So rechnet auch der Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, bereits Ende des ersten Quartals 2015 mit der ersten Zinserhöhung der Fed seit 2006.

Die Mitglieder einigten sich zudem darauf, dass ihr derzeitiges Anleihekaufprogramm im Oktober auslaufen soll. Auf diesem Treffen soll dann eine abschliessende Verringerung der monatlichen Käufe um 15 Milliarden US-Dollar beschlossen werden. Die Entscheidung war so erwartet worden. Bisher hat die Fed ihre Käufe um jeweils 10 Milliarden Dollar nach jeder Sitzung gedrosselt.

Der Eurokurs und die US-Anleihen gerieten nach den Aussagen zunächst unter Druck, erholten sich daraufhin aber rasch. So stieg der Euro zuletzt auf ein Tageshoch von 1,3649 Dollar. Die Aktienmärkte setzten nach einem kurzen Straucheln ihren Aufwärtstrend fort.

(awp/me/vst)

Anzeige