Nach einem Urteil der US-Justiz zur Zahlung ausstehender Schulden Argentiniens hat die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes um fünf Stufen herabgesetzt. Anleihen des Landes würden nun mit der Note «CC» statt wie bislang mit «B» bewertet, teile die Agentur am Dienstagabend mit.

Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles sei wegen der juristischen Auseinandersetzung gestiegen. Eine schlechtere Bonitätsnote ist oft mit höheren Zinsen für den Schuldner verbunden.

Fitch reagierte damit auf das Urteil eines New Yorker Gerichts vom 21. November, worin es Argentinien angewiesen hatte, seit elf Jahren ausstehende Schulden von 1,3 Milliarden Dollar zu begleichen.

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Fitch erklärte, es erwarte nicht, dass Argentinien dies tun werde. Aus Sicht von Fitch würde dies einen Zahlungsausfall bedeuten. Der argentinische Wirtschaftsminister Hernan Lorenzino hatte nach dem Gerichtsurteil gesagt, die Regierung finde es «nicht richtig und legitim, Geier-Fonds zu zahlen». Er kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

«Anhaltende Verschlechterung» der Finanzen

Argentinien will die Schulden nicht begleichen, da diese von Hedge-Fonds gehalten werden, die sich nicht an einem Anleihentausch mit privaten Gläubigern beteiligt haben, mit dem Buenos Aires ausstehende Forderungen aus dem Bankrott von 2001 begleichen wollte.

Fitch erklärte, die Herabstufung spiegele die «anhaltende Verschlechterung» von Argentiniens Finanzen. Die Unsicherheit über das US-Urteil werde voraussichtlich das Vertrauen weiter beschädigen und die Aussicht auf Wachstum untergraben.

(tno/tke/sda)