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Monatsbericht
Investoren flüchten massenhaft aus US-Anleihen

Ben Bernanke: Der wichtigste Geldpolitiker steht im Fokus der internationalen Anleger. (BIld: Bloomberg)

Die Angst vor einem Ausstieg der US-Notenbank aus der ultralaxen Geldpolitik löst eine Rekordflucht aus dem amerikanischen Anleihemarkt aus. Noch nie wurde mehr Geld abgezogen als im Juni.

Veröffentlicht am 16.08.2013

Ausländische Investoren haben im Juni massenhaft amerikanische Anleihen abgestossen. Angeführt von China und Japan zogen die Anleger unterm Strich langfristige US-Staatspapiere in Höhe von 40,8 Milliarden Dollar ab, wie in der Nacht zum Freitag veröffentlichte Daten des Finanzministeriums in Washington belegen.

Einen grösseren Geldabfluss hat es dem Analysten Michael Woolfork von der Bank BNY Mellon zufolge seit Beginn der Statistik im Jahr 1977 nicht gegeben. Aus dem Markt für längerfristige US-Wertpapiere flossen insgesamt 66,9 Milliarden Dollar ab - die grösste Summe seit August 2007.

Seit fünf Monaten sinkt die Nachfrage nach US-Bonds

Japan und China, die grössten ausländischen Gläubiger der USA, reagierten umgehend und stiessen im Juni zusammen rund 41 Milliarden Dollar an Staatspapieren ab. Die Volksrepublik hielt danach noch Bonds im Wert von 1270 Milliarden Dollar, dicht gefolgt von Japan, dessen Bestand an US-Staatspapieren sich auf 1,08 Billionen Dollar reduzierte.

Der Juni war bereits der fünfte Monat in Folge, in dem ausländische Investoren dem Markt für langlaufende US-Wertpapiere den Rücken kehrten.

US-Konjunktur im Aufwind

Auslöser des Ausverkaufs waren demnach Andeutungen von Notenbankchef Ben Bernanke im Mai, wonach die Federal Reserve (Fed) ihre Konjunkturhilfen bei anhaltender wirtschaftlicher Erholung bald verringern könnte.

Die US-Arbeitslosenquote sank in den vergangenen Monaten stetig auf nur noch 7,6 Prozent. Die Fed will eigenen Aussagen zufolge ab einer Rate von 6,5 Prozent aus der expansiven Politik aussteigen. Heute meldet Washington die neuen Arbeitslosenzahlen für Juli.

(moh/Reuters)

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