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Erholung
New Yorker Börsen feiern neuen Jobrekord

Börse in New York: Investoren feiern den neuen Jobbericht. Keystone

Die New Yorker Börsen legen am Freitag kräftig zu. Der Grund: Die Beschäftigung in den USA kletterte im Mai auf ein Rekordhoch – und machte sechs Jahre nach Krisenausbruch endlich alle Verluste wett.

Veröffentlicht am 06.06.2014

Nach dem US-Arbeitsmarktbericht sind die wichtigsten Aktienindizes der Wall Street am Freitag auf Rekordhochs geklettert. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte die Messlatte auf 16 909 Punkte nach oben und gewann zuletzt 0,41 Prozent auf 16 905,08 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index erreichte bei 1947 Zählern ein Rekordhoch und bewegte sich mit plus 0,36 Prozent auf 1947,47 Punkte zuletzt nur knapp darunter. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,30 Prozent auf 3788,41 Punkte. Das ist der höchste Stand seit September 2000.

«Die Beschäftigungszahlen lagen im Rahmen der hohen Erwartungen und sind als robust zu bezeichnen», sagte Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba. Die Beschäftigtenzahl in den USA stieg im Mai auf einen Rekordwert. Sie kletterte insgesamt auf 138,46 Millionen, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Der letzte Gipfel war im Januar 2008 erreicht worden, einen Monat nachdem die schwerste Rezession der Nachkriegszeit begonnen hatte. Die Commerzbank sprach von einer «wichtigen Wegmarke». Es habe mehr als sechs Jahre gedauert, bis die US-Wirtschaft die in der Krise verlorenen Stellen wieder aufgeholt habe. Dies sei deutlich länger als in vorherigen Rezessionen.

US-Notenbank dürfte sich bestätigt fühlen

Mit dem Blick auf die geldpolitischen Erwartungen dürfte sich die US-Notenbank in ihrer Politik insgesamt bestätigt fühlen. Edgar Walk von Metzler Asset Management hob indes hervor, dass das Geschehen an den Finanzmärkten der Fed jedoch zunehmend Kopfzerbrechen bereite. Investoren agierten zunehmend sorglos.

Bester Wert im Dow waren die Aktien der Investmentbank Goldman Sachs mit plus 1,37 Prozent auf 164,81 US-Dollar. Unternehmensspezifische Nachrichten gab es nicht. Mit den Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag habe sich das Geschäftsumfeld für Banken aber nochmal verbessert und das stütze nicht nur die europäischen Institute, sagte ein Händler.

Telekomwerte enttäuschen

Enttäuschend entwickelten sich dagegen die Telekomwerte, die auch den schwächsten Sektor im S&P 500 stellten. Im Dow mussten Verizon Communications mit minus 0,61 Prozent die grössten Verluste hinnehmen. Händlern zufolge belastet eine mögliche Konsolidierung im Mobilfunksektor weiter einige Branchentitel. Am Donnerstag hatten bereits Berichte über eine Annäherung zwischen der Deutschen Telekom und Sprint bei ihren Verhandlungen bewegt. Der drittgrösste US-Mobilfunker will demnach die Telekom-Tochter T-Mobile US übernehmen.

Aktien der AIG verteuerten sich um 0,58 Prozent. Der Versicherer hat nach dem Verkauf seiner Flugzeugleasing-Sparte 2,12 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung und will Geld an seine Aktionäre zurückzugeben. Zudem verwiesen Händler auf eine Kurszielerhöhung durch Barclays auf 64 Dollar.

(awp/moh)

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