Die New Yorker Polizei hat am frühen Morgen mit der Räumung des Protestcamps von «Occupy Wall Street» Aktivisten in Manhattan begonnen. Hunderte Protestierende packten auf Aufforderung zahlreicher Beamter ihre Zelte ein und verliessen das Gelände.

Die Polizei kreiste lediglich eine kleine Gruppe im Zentrum des Parks ein. Das Büro des New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg teilte mit, die Demonstranten sollten das Gelände nur vorübergehend verlassen, damit es gesäubert werden könne. Laut einer Aufforderung des Eigentümers des Parks dürfen die Aktivisten der Occupy-Bewegung aber nur ohne Schlafsäcke und Zelte zurückkehren.

Der von den Protestierenden als «Platz der Freiheit» bezeichnete Zuccotti-Park in Manhattan war in den vergangenen beiden Monaten Schauplatz von Protesten der sogenanntes Occupy-Bewegung, die sich dort formierte und über die USA sowie zunehmend über Europa ausdehnte.

Mordfall in Oakland

Der seit Mitte September anhaltende Protest richtet sich gegen die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Mittelschicht und die ärmere Bevölkerung. Die zumeist jungen Teilnehmer beschreiben sich als die «99 Prozent» - in Anspielung auf das reichste Prozent der US-Bevölkerung, von dem sie sich hintergangen fühlen.

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Bereits am Montag hatte die Polizei ein ähnliches Protestcamp im kalifornischen Oakland geräumt. Bürgermeister Jean Quan zufolge war ein Mordfall der Anlass für die Aktion. Mehr als 30 Menschen wurden festgenommen. Ein Berater des Bürgermeisters reichte aus Protest seinen Rücktritt ein.

(kgh/rcv/sda)