Der Arbeitsmarkt in den USA verbessert sich weiter nur moderat. Im Oktober wurden 80.000 zusätzliche Stellen geschaffen, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das ist zum einen weniger als Experten zuvor erwartet hatten. Zum anderen ist der Stellenzuwachs viel zu gering, um die hohe Arbeitslosigkeit spürbar zu senken. Dementsprechend bleibt die von der US-Notenbank besonders beachtete Arbeitslosenquote hoch, wenngleich sie im Oktober leicht um 0,1 Punkte auf 9,0 Prozent sank.

Die Entwicklung in den Vormonaten stellt sich allerdings deutlich günstiger dar als bisher angenommen. So wurde der Jobzuwachs für die Monate September und August um insgesamt 102’000 Stellen nach oben korrigiert. Insgesamt wurden in den beiden Monaten jeweils etwas mehr als 100’000 Stellen geschaffen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Oktober abermals nur leicht um 0,2 Prozent. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit verharrte auf 34,3 Stunden.

Enttäuschende Lohnentwicklung

Ökonomen werteten die Zahlen durchwachsen: «Licht und Schatten liegen in dem aktuellen Arbeitsmarktbericht eng zusammen», hiess es bei der Postbank. So wurden im öffentlichen Bereich Jobs gestrichen, wohingegen der private Sektor einen ordentlichen Zuwachs verbuchte. Dafür aber war fast ausschliesslich die Dienstleistungsbranche verantwortlich. Die Lohnentwicklung beurteilen die Postbank-Experten als enttäuschend.

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt gelten insgesamt als wenig rosig, was insbesondere der US-Notenbank Fed nicht gefallen dürfte. «Die wirtschaftliche Erholung in den USA ist für einen nachhaltigen Durchbruch am Arbeitsmarkt zu schwach», sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Darüber hinaus verwies er auf die sich abkühlende Weltwirtschaft. Der schwache Arbeitsmarkt gilt als Hauptgrund für die hoch-expansive Geldpolitik der Fed.

An den Finanzmärkten spielte der Arbeitsmarktbericht kaum eine Rolle. Händler nannten als Grund das alles dominierende Thema der Griechenlandkrise.

(rcv/kgh/awp)

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