Die Nervosität steigt. Morgen will der künftige US-Präsident in einer Pressekonferenz erste Details zu seiner künftigen Wirtschaftspolitik publik machen. Worauf wird Donald Trump setzen? Der Milliardär wetterte vor der Wahl gewaltig gegen Freihandel, plädierte für Strafzölle und forderte eine Rückkehr amerikanischer Firmen in die USA. Auch will er elf Millionen Einwanderer ausschaffen und zu fossilen Energieträgern wir Kohle zurückkehren. Ganz zu schweigen von der Grenzmauer zu Mexiko, die Trump errichten will.

Kurz nach der Wahl feierten die Börsen die Wahl des Immobilienmoguls noch. Wie lange die Euphorie anhalten wird, scheint ungewiss. Die Meinungen zu Trumps künftiger Wirtschaftspolitik gehen bei anerkannten Experten diametral auseinander. Trauen die einen der US-Wirtschaft unter Trump einen regelrechten Boom zu, sind andere sehr skeptisch. Die Anleger seien «viel zu zuversichtlich» mit Blick auf die künftige Politik, sagte der frühere US-Finanzminister Larry Summers vergangene Woche. Trumps Deregulierungspläne könnten den Boden für eine neue Finanzkrise bilden.

«Trump will fiskalische Impulse und Steuerkürzungen»

Fachleute wie Kenneth Rogoff halten entschieden dagegen. Der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds traut der US-Wirtschaft unter Trump einen regelrechten Aufschung zu. Ohnehin sei die Wirtschaft mittlerweile in einer guten Vefassung. Und nun könnten selbst die seit Jahren kaum wachsenden Firmeninvestitionen unter Trump zulegen, sagte er im Interview mit der «Handelszeitung» (aktuelle Ausgabe). «Donald Trump will grosse fiskalische Impulse und Steuerkürzungen – und zu Beginn wird der Kongress ihm alles geben, wonach er verlangt», so der Ökonom.

Doch auch Rogoff warnt vor der Verwerfungen, die Trumps künftige Politik mit sich bringen könnte. Er halte es für sehr wahrscheinlich, dass Trump einen Unternehmer «mit sehr wenigen geldpolitischen Kenntnissen» zum Fed-Präsidenten macht. «Und wenn er das tut, werden wir am Ende mit mehr Inflation und einer radikaleren Geldpolitik dastehen.»

Die fünf grössten wirtschaftspolitischen Baustellen

Tatsächlich zeugten Schlagworte wie «Desaster» und «Phantasieprogramm» in den Wochen vor der Wahl von der Fassungslosigkeit vieler Ökonomen über Trumps Pläne. Dabei gibt es fünf grosse wirtschaftspolitische Baustellen, die Trump angehen sollte – mehr dazu im Video:

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