Das Geschäft läuft nicht rund. Die amerikanischen Händler lösten im März überraschend 0,4 Prozent weniger als im Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten nach dem Plus von 1,0 Prozent im Februar nun mit stagnierenden Umsätzen gerechnet. Zudem sackte die Verbraucherstimmung im April auf den tiefsten Stand seit Juli 2012.

Nach Ansicht von Postbank-Experte Heinrich Bayer bestätigt sich der Eindruck, «dass die US-Wirtschaft im März einen leichten Schwächeanfall erlitten hat». Tobias Basse von der NordLB sagte, für den Jahresauftakt zeichne sich nur ein verhaltenes Wachstum ab, das sich auch danach fortsetzen dürfte. Die Daten seien «eine Art Präludium für ein recht schwaches zweites Quartal».

So wenig Stellen wie lange nicht

Der private Verbrauch macht 70 Prozent der Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten aus. Die US-Wirtschaft war zum Jahresende 2012 um 0,4 Prozent gewachsen - der kleinste Zuwachs seit Anfang 2011. Zuletzt gab es Anzeichen, dass die Konjunktur an Fahrt gewinnt.

Die OECD rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 3,5 Prozent zulegt. Die Konsumausgaben zogen im Februar an, während es am Arbeitsmarkt zuletzt jedoch einen Dämpfer gab. Die Firmen schufen im März so wenig Stellen wie seit neun Monaten nicht.

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Verbraucherstimmung eingetrübt

Abschreiben will Postbanker Bayer die US-Konjunktur deshalb aber noch lange nicht. Größere Sorgen um die amerikanische Wirtschaft und den Privatkonsum müsse man sich nicht machen. «Trotz des Umsatzrückgangs im März dürfte der private Verbrauch im ersten Quartal um annualisiert rund 2,5 Prozent zugelegt haben.»

Mehr Wachstum ist aber derzeit eher nicht in Sicht. Denn die Verbraucherstimmung sank im April so tief wie seit neun Monaten nicht. Das Barometer dafür fiel nach vorläufigen Daten auf 72,3 von 78,6 Punkte, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan mitteilten. Experten hatten hier weitgehend Stagnation erwartet.

(se/Reuters)