Der US-Aktienmarkt hat sich zum Wochenauftakt in der Gewinnzone gehalten. Eingangs hatten die New Yorker Börsen an die starke Vorwoche angeknüpft. Dann reagierten sie jedoch negativ auf Spekulationen über eine mögliche Senkung des Ausblicks für Euro-Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor's .

Der Dow Jones Industrial gab seine Gewinne daraufhin teils wieder ab und schloss mit 0,65 Prozent bei 12'097 Punkten im Plus.

Der marktbreite S&P 500 legte etwas stärker um 1,03 Prozent auf 1257 Punkte zu. An der Nasdaq-Börse gewann der Composite Index 1,10 Prozent auf 2655 Punkte, der Nasdaq 100 stieg um 1,08 Prozent auf 2326 Punkte.

Der Handel war zuversichtlich in den Montag gestartet. Das Spar- und Reformpaket des neuen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti vom Sonntag hatte die Anleihemärkte in Europa beruhigt. Der gemeinsame Vorstoss Frankreichs und Deutschlands zu einer EU-Vertragsänderung hatte allgemein für Hoffnung gesorgt, dass auf dem EU-Gipfel Ende der Woche handfeste Beschlüsse präsentiert werden könnten. Frankreich und Deutschland wüssten um die Schwere der Probleme, kommentierte ein Börsianer.

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Finanzwerte legen zu

Anfangs liessen sich die Anleger auch von einer schlechter als erwarteten Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor nicht beeindrucken. Der ISM-Index war von 52,9 Punkten im Vormonat auf 52,0 Zähler gesunken, während Volkswirte mit einem Anstieg gerechnet hatten.

Die US-Finanzwerte konnten ihre Kursgewinne auch nach den Spekulationen um die S&P-Herabstufungen halten. Branchenprimus waren die Anteile der Citigroup, die um nahezu 6 Prozent nach oben sprangen. Aus dem Dow Jones legten die Titel der Bank of America und JP Morgan um 2,5 bis 3,5 Prozent zu.

Bei anderen Finanzwerten gab es ebenfalls positive Nachrichten. Der grösste US-Lebensversicherer Metlife erwartet 2012 mehr Gewinn als von Analysten erwartet. Anleger konnten sich über Kursaufschläge von mehr als dreieinhalb Prozent freuen.

Success Factors steigen um 52 Prozent

Chevron profitieren von einem Anstieg der Ölpreise und legten um etwas mehr als 1 Prozent zu. Händler verwiesen auf Preisanstiege am Ölmarkt auch wegen der Spannungen zwischen dem Westen und dem Opec-Mitglied Iran. Der US-Raffineriebetreiber Tesoro konnte hingegen mit einem positiven Ausblick überzeugen, die Aktien kletterten um 1,35 Prozent.

Auch eine Übernahme stand im Fokus der Anleger. Der deutsche Softwareriese SAP will das US-Unternehmen Success Factors übernehmen und gibt sich dabei grosszügig: Das Angebot von 40 US-Dollar je Aktie bedeutet einen Aufschlag von gut 52 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag. Anleger packten die Gelegenheit beim Schopfe: Die Anteilsscheine von Success Factors stiegen um 52 Prozent auf beinahe 40 Dollar.

Sogleich sprang die Übernahmefantasie auf andere Werte über: Die Aktien von Taleo kletterten um 19,84 Prozent nach oben. Am Markt hiess es, das Unternehmen sei der offensichtlichste Übernahmekandidat für Oracle. Microsoft, Hewlett-Packard und Intel konnten ebenfalls überdurchschnittlich zulegen. Für die Technologietitel ging es um nach 1,5 bis 2 Prozent oben.

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(tno/awp)